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Lifestyle

Herbst im Garten: Diese sieben Pflanzen sollte man jetzt nicht zurückschneiden

24/08/2026 10:18:00

Gartenratgeber

Verblühte Pflanzen im Herbst zurückzuschneiden klingt sinnvoll, kann aber ein Fehler sein. Sieben Arten brauchen ihre alten Triebe für den Winter.

Frankfurt – Der Herbst verlockt Hobbygärtner zum großen Aufräumen im Beet. Braune Stängel und verblühte Köpfe wirken unordentlich – doch wer jetzt zur Schere greift, schadet vielen Pflanzen mehr, als er ihnen nützt. Einige Arten nutzen ihre alten Triebe als natürlichen Frostschutz, andere bieten darin überwinternden Insekten unverzichtbaren Lebensraum. Ein voreiliger Schnitt kann die Pflanze dauerhaft schwächen oder sogar töten.

Im Herbst sollte nicht jede Pflanze im heimischen Garten zurückgeschnitten werden: Der Schnitt der Rose sollte etwa bis März warten.

Die gute Nachricht: Es reicht, sieben besonders häufige Gartenpflanzen von der Herbstschere auszunehmen, um sowohl den Pflanzen als auch der Tierwelt einen großen Dienst zu erweisen, wie es auf dergartencoach.com heißt. Welche das sind – und warum der Rückschnitt bis zum Frühjahr warten muss – zeigt der folgende Überblick.

Zurückschneiden verboten: Diese Pflanzen schützt du im Herbst am besten so, wie sie sind

Hortensien gehören zu den bekanntesten Beispielen, insbesondere Bauern- und Tellerhortensien: Ihre vertrockneten Blütenbälle schützen die darunterliegenden, frisch angelegten Knospen vor Frost. Wer sie jetzt abschneidet, riskiert, dass die empfindlichen Triebspitzen erfrieren. Ähnliches gilt für Rosen – zumindest der grobe Rückschnitt sollte bis März warten. Die langen Triebe schützen das Wurzelwerk vor Bodenfrost. Wichtig: Bei Pilzbefall müssen befallene Pflanzenteile zwingend im Herbst abgeschnitten und im Hausmüll entsorgt werden, um eine erneute Infektionswelle im Frühjahr zu verhindern. Auch Lavendel sollte im Herbst nicht zurückgeschnitten werden: Ins alte Holz zu schneiden, überlebt er selten. Ein leichtes Kürzen der Triebspitzen ist erlaubt, ein radikaler Schnitt jedoch nicht. Die Bartblume (Caryopteris) ist ebenfalls schnittempfindlich im Herbst – ihre Triebe schützen den Austrieb des nächsten Jahres.

Die Fetthenne (Sedum) und verwandte Dickblattgewächse stehen ebenfalls auf der Liste der geschützten Herbstpflanzen. Ihre Samenstände sind nicht nur dekorativ – Vögel wie Meisen und Finken lesen die Samen bis tief in den Winter ab. Der Sonnenhut (Echinacea) funktioniert nach demselben Prinzip: Die markanten Samenkegel sind eine natürliche Futterquelle und bieten Hohlräume für überwinternde Wildbienen. Den Abschluss der Liste bilden das Lampenputzergras und andere Ziergräser: Ihr dicht gebundener Horst isoliert die Wachstumszone vor Kälte – ein Rückschnitt im Herbst lässt Feuchtigkeit eindringen und führt zu Fäulnis im Herzbereich.

Bis zum Frühjahr warten: Wann der Rückschnitt dieser Pflanzen wirklich sinnvoll ist

Die richtige Zeit für den Schnitt ist der frühe Frühling – meist zwischen Februar und April, je nach Witterung. Dann sind die härtesten Fröste vorbei, und die Pflanzen beginnen gerade erst, neu auszutreiben. Ein Schnitt zu diesem Zeitpunkt regt das Wachstum aktiv an, statt es zu gefährden. Wer Ziergräser bis dahin stehen lässt, kann sie zu dekorativen Bündeln zusammenbinden – das sieht ordentlich aus und schützt trotzdem.

Der Herbstgarten muss kein perfekt aufgeräumter Ort sein: Stehengelassene Stängel, Samenstände und Blattwerk sind kein Zeichen von Nachlässigkeit, sondern von Gartenverstand. Wer diese sieben Pflanzen jetzt in Ruhe lässt, wird im Frühjahr mit kräftigem Neuaustrieb, einem gesunden Garten und zahlreichen Insektenbesuchern belohnt. (Quelle: dergartencoach.com)

Artikel von Wetterauer Zeitung