Unwetterwarnung in Effekt
Heftige Unwetter wüten in Süditalien. Unter anderem Sizilien, Kalabrien und Kampanien kämpfen mit Gewittern, Starkregen und Sturmböen.
Rom – Ein schweres Mittelmeertief hat am Samstag (10. Oktober 2026) den Süden und Teile Mittelitaliens erfasst. Während das Wetter im Norden des Landes weitgehend stabil bleibt, warnen Meteorologen und Behörden in den betroffenen Regionen vor extremen Wetterbedingungen.
Meteorologische Messstationen registrieren anhaltende wolkenbruchartige Regenfälle, extrem dichte Blitzentladungen und Hagelschlag. Zusätzliche Gefahr droht von der See: Kräftige Winde aus Süden peitschen das Meer auf und sorgen für meterhohe Wellen an den Küstenabschnitten, wie der Nachrichtensender Sky TG24 berichtet.
Unwetter in Italien: Zivilschutz ruft Alarmstufe Orange für vier Regionen aus
Der italienische Zivilschutz hat laut einer aktuellen Pressemeldung für weite Landstriche die zweithöchste Warnstufe Orange (Allerta Arancione) verhängt. Betroffen sind:
- Kampanien: Der gesamte Großraum Neapel, die Inseln im Golf (u. a. Ischia und Capri), das Vesuv-Umland sowie die Halbinsel von Sorrent und die Amalfiküste.
- Kalabrien: Insbesondere die Provinzen Reggio Calabria, Vibo Valentia und Catanzaro entlang der tyrrhenischen und ionischen Küstenlinie.
- Sizilien: Weite Teile der Hauptinsel sowie die umliegenden Inselgruppen.
- Apulien: Vor allem die südlichen Landesteile und die Halbinsel Salento.
Für angrenzende Regionen – darunter Latium, die Abruzzen, Basilikata, Molise und Umbrien – gilt laut meteo.it die Warnstufe Gelb (Allerta Gialla).
Schulen bleiben wegen schweren Gewittern geschlossen – Fährverkehr beeinträchtigt
Angesichts der drohenden Gefahren haben die Behörden im gesamten Süden rigorose Schutzmaßnahmen angeordnet. In zahlreichen Kommunen Kampaniens, Kalabriens und Siziliens blieben alle Schulen, Universitäten, öffentlichen Parks und Friedhöfe vorsorglich geschlossen.
Wie die Stadtverwaltung von Neapel mitteilte, soll damit der Verkehr auf den gefährdeten Straßen minimiert werden. Ein Schritt, dem sich Medienberichten zufolge etliche weitere Gemeinden in Süditalien anschlossen. Durch die schweren Sturmböen und den hohen Wellengang kommt es zudem in den Häfen des Golfs von Neapel zu spürbaren Verspätungen und einzelnen Ausfällen im Fährverkehr zu den vorgelagerten Inseln.
Extremwetter in Süditalien: Gewitter verursachten bereits erhebliche Schäden
Die Unwetterfront hat in mehreren Regionen bereits erhebliche Schäden hinterlassen, wie Sky TG24 berichtet. An der Westküste Siziliens im Raum Marsala (Provinz Trapani) bildeten sich über dem Meer zwei Wasserhosen, die beim Landgang Gebäude abdeckten und Trümmer durch die Straßen schleuderten. In Kalabrien führten sintflutartige Niederschläge zu schweren Schlamm- und Geröllabgängen, die wichtige Verbindungsstraßen unpassierbar machten. Die besonders schwer getroffene Gemeinde Melito di Porto Salvo sah sich gezwungen, offiziell den Katastrophenzustand auszurufen.
Auch weiter nördlich hinterlässt das Tief Spuren: Auf der Insel Ischia und im Umland von Neapel löste der Regen kleinere Erdrutsche aus, während an der Küste des südlichen Latiums Meerwasser in strandnahe Straßen von Anzio und Nettuno schwappte. In Apulien sorgten plötzliche Sturzfluten unter anderem im Stadtgebiet von Bari für erhebliche Verkehrsbehinderungen. Die Feuerwehr ist im Dauereinsatz. (Quellen: Sky TG24, italienischer Zivilschutz, meteo.it) (sp)