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Sport

WM 2026 im historischen Vergleich: Wie schlimm war es diesmal?

Günter Klein
30/06/2026 06:58:00

Das deutsche Scheitern im historischen Kontext

Das Aus gegen Paraguay reiht sich in die größten Enttäuschungen der DFB-Geschichte ein. Doch war die WM 2026 wirklich der bisherige Tiefpunkt?

Foxborough – War 2026 der noch tiefere Tiefpunkt als andere vor ihm? Deutschland ist immer aufgewühlt, wenn es im Fußball früher als gedacht zu Ende geht bei einem der großen Turniere. Wann hat es sich wie schlimm angefühlt? Platz 10: EM 2012, in Warschau geht gegen Italien alles schief, Bundestrainer Löw vertut sich, als er Toni Kroos Kettenhund von Andrea Pirlo spielen lässt.

Absolut hautnah. Absolut fundiert: Absolut Fussball berichtet für euch von der WM 2026. Unsere Reporter sind in Amerika vor Ort und versorgen euch mit News, Videos und exklusiven Einblicken.

Aber auch wenn Jogi Löw seinen nicht mehr wirkenden Glückspulli am nächsten Morgen in den Hotelabfallkorb wirft – man war im Halbfinale, und bis dahin war die EM okay. Danach gibt’s halt öffentliches Getöse, weil einigen deutschen Micheln zu wenig Mitsingen bei der Nationalhymne war. Platz 9: WM 1994, Schluss im Viertelfinale gegen Bulgarien. Bis heute gilt der deutsche Kader als einer, der viel mehr hätte erreichen können (eine ziemlich haltlose Glorifizierung).

Vom Vorrunden-Schock bis zum Offenbarungseid

Schlimm war, wie alle gegen Bundestrainer Berti Vogts arbeiteten. Er durfte aber bleiben. Platz 8: WM 1998, wieder endet die WM im Viertelfinale, 0:3 gegen das neue Land Kroatien. Eine Rote Kartie für Christian Wörns bringt die DFB-Elf aus der Spur. Doch die Zeichen sind eindeutig: Die klassischen Tugenden reichen nicht mehr, Deutschland steuert auf eine Talentarmut zu, Ausbildungsmängel machen sich bemerkbar.

Vogts wirft zwei Spiele nach der WM hin. Platz 7: WM 1978. Von ihr wirkt das 2:3 verlorene Zwischenrundenspiel gegen Österreich nach. Emotional schmerzvoll, weil’s gegen den kleinen Nachbarn war. Aber man befand sich im Welt-Ranking immer noch zwischen Platz fünf und acht, hatte das Spiel um Platz drei knapp verpasst.

Platz 6: EM 1984. Aus nach drei Vorrundenspielen. Kann passieren. Problem war das unsportliche Verhalten der deutschen Mannschaft in Frankreich. In der Folge kommt es zur Revolution beim DFB: Franz Beckenbauer wird Teamchef, ohne einen Trainerschein zu haben, der alte Lehrwart Jupp Derwall muss gehen.

Platz 5: WM 2022. Eine Niederlage, ein Unentschieden (gegen Spanien), ein Sieg – mit vier Punkten kann man auch mal weiter kommen. In Katar hatte die deutsche Mannschaft viele nichtsportliche Themen, die sie beschäftigten – doch Hansi Flicks Team fehlte schlicht auch das Glück in der komplizierten Gruppenkonstellation.

Platz 4: WM 2026. Nicht überzeugende Vorrunden hatte Deutschland immer mal wieder, diese war ein weiteres Beispiel. Aber ein K.o.-Spiel gegen Paraguay zu verlieren, ist schon Kategorie Offenbarungseid. Platz 3: WM 2018. Der erste Vorrunden-Meltdown bei einer WM – und das als amtierender Weltmeister.

Warum die WM 2026 trotzdem nicht auf Platz eins landet

Joachim Löw musste einräumen, in seiner Wahrnehmung des Weltstandards im Fußball „fast schon arrogant“ gewesen zu sein und Trends verkannt zu haben. Erstmals blieb ein vermeintlicher Befreiungsschlag auch ohne Wirkung (2:1 gegen Schweden durch Toni Kroos‘ unmögliches Freistoßtor). Platz 2: EM 2004. Nach der durch glückliche Umstände begünstigten Vizeweltmeisterschaft 2002 erfolgt in Portugal die harte Landung in der Realität.

Teamchef Rudi Völler tritt zurück – der Verband fängt sich aber unter Jürgen Klinsmann. Es beginnen die guten Jahre. Platz 1: EM 2000, Vorrunden-Aus in Belgien und den Niederlanden. In drei Spielen gelingt ein einziges Tor (1:1 gegen Rumänien, Mehmet Scholl), das letzte Spiel ist ein 0:3 gegen Portugal B. Bundestrainer Erich Ribbeck verabschiedet sich umgehend. Dagegen war die WM 2026 ein gutes Turnier.

Artikel von KaiK.ai