Regeln beachten
Das Auffahren auf die Autobahn sorgt bei vielen für Stress. Dabei ist es gar nicht so schwer – wenn man diese drei häufigen Fehler kennt und vermeidet.
Hamm – Das Einfädeln auf die Autobahn zählt zu den Momenten, die selbst erfahrene Autofahrer ins Schwitzen bringen können. Während das Fahren auf der Autobahn selbst meist routiniert abläuft, sorgt ausgerechnet die kurze Phase auf dem Beschleunigungsstreifen bei vielen für Unsicherheit. Das muss nicht sein – wer die Regeln kennt und typische Fehler vermeidet, meistert das Auffahren sicher und entspannt.
Der Beschleunigungsstreifen, auch Einfädelungsstreifen genannt, ist etwa 250 Meter lang und dient dazu, das Tempo des fließenden Verkehrs zu erreichen. Hier sollen Autofahrer zügig beschleunigen und sich eine passende Lücke suchen, um sich sicher in den Verkehr einzufügen. Wer dabei Fehler macht, riskiert nicht nur gefährliche Situationen und Unfälle, sondern unter Umständen auch Bußgelder. Diese drei Fehler sollten Autofahrer unbedingt vermeiden.
Fehler 1: Zu langsam beschleunigen
Der wohl häufigste Fehler: Viele Autofahrer geben auf dem Einfädelungsstreifen nicht ausreichend Gas. Laut ADAC sollte man zügig beschleunigen, um am Ende der Beschleunigungsspur möglichst das Tempo des fließenden Verkehrs erreicht zu haben. Wer mit 60 km/h in eine Lücke zwischen Fahrzeugen einfädeln will, die mit 120 km/h unterwegs sind, zwingt andere zum Bremsen und riskiert Auffahrunfälle. Was viele aus Gewohnheit oft nicht wagen: rechts überholen. Dies ist auf dem Beschleunigungsstreifen tatsächlich erlaubt – natürlich nur, wenn das Manöver sicher durchgeführt werden kann. Das ist in § 7a der Straßenverkehrs-Ordnung (StVO) festgelegt: Auf dem Einfädelungsstreifen darf außerhalb geschlossener Ortschaften schneller gefahren werden als auf den durchgehenden Fahrspuren.
Fehler 2: Reißverschlussverfahren erwarten
Eine Situation, die man immer wieder beobachtet: Man fährt auf der rechten Spur der Autobahn und ein Fahrzeug auf dem Beschleunigungsstreifen wechselt kurz vor dem Ende einfach herüber – und bremst die anderen mehr oder weniger aus. Diese gefährliche Situation entsteht oft, weil viele Fahrer überzeugt sind, dass die bereits auf der Autobahn fahrenden Fahrzeuge sie einfädeln lassen müssen. Aber das ist ein Irrtum – hier gilt nicht das Reißverschlussverfahren. Der fließende Verkehr auf der Autobahn hat laut § 18 Absatz 3 StVO immer Vorfahrt. Wenn ein sicheres Einfädeln nicht möglich ist, müssen Fahrzeuge am Ende des Beschleunigungsstreifens warten, bis eine geeignete Lücke entsteht.
Fehler 3: Abstand zum Vordermann vergessen
Besonders wenn man eine Autobahnauffahrt noch nicht kennt, kann der Puls auf dem Beschleunigungsstreifen deutlich schneller schlagen als normal. Schließlich muss man gleichzeitig beschleunigen, eine Lücke im Verkehr suchen und den Schulterblick machen. Dabei vergessen viele den Abstand zum vorausfahrenden Fahrzeug. Wenn dieses keine passende Lücke findet, könnte ein Bremsmanöver folgen – und bei unzureichendem Abstand droht ein Auffahrunfall, noch bevor man überhaupt auf der Autobahn ist. Der korrekte Sicherheitsabstand sollte daher auch auf dem Beschleunigungsstreifen stets eingehalten werden.
Was tun, wenn keine Lücke entsteht?
Findet sich trotz korrekten Verhaltens keine passende Lücke, geraten manche Fahrer in Panik und bremsen am Ende des Streifens abrupt ab. Das ist zwar grundsätzlich korrekt, weil es die StVO so vorschreibt. Allerdings ist es in der Praxis auch gefährlich, denn nachfolgende Fahrzeuge rechnen nicht unbedingt damit. In diesem Ausnahmefall empfiehlt der ADAC notfalls auf dem Standstreifen weiterzufahren und sich von dort einzuordnen – auch wenn dies eigentlich nicht erlaubt ist. (Quellen: ADAC, StVO, eigene Recherche) (sop)