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Sport

Deutsche Ski-Asse lästern über Olympia-Stimmung in Italien

Christoph Klaucke
13/02/2026 16:32:00

Pure Enttäuschung bei Winterspielen

Die Olympischen Winterspiele in Italien enttäuschen die deutschen Ski-Stars. Selbst bei den Corona-Spielen war mehr olympisches Flair zu spüren als jetzt in Bormio.

Bormio – Olympia 2026 in Italien sorgt bei den alpinen Ski-Rennläufern für Ernüchterung. Statt olympischem Glanz herrscht in Bormio, wo die Männerrennen ausgetragen werden, eine Atmosphäre wie bei einem gewöhnlichen Weltcup-Rennen. Die Kritik der deutschen Athleten und Funktionäre fällt deutlich aus und richtet sich gegen das Konzept der Gastgeber.

Die deutschen Ski-Stars sind unzufrieden mit der Organisation der Olympischen Spiele.

„So richtig Stimmung kommt leider nicht auf“, klagte der deutsche Riesenslalom-Fahrer Alexander Schmid vor seinem Start am Samstag (hier geht es zum Liveticker). Der Grund für die fehlende Begeisterung liegt in der Struktur der Spiele: In Bormio finden ausschließlich die alpinen Männerrennen statt, parallel gibt es keine Events anderer Sportarten. Das olympische Dorf fehlt komplett, die Athleten sind in Hotels untergebracht. Teamkollege Anton Grammel verglich die Atmosphäre mit jener eines normalen Weltcups, „vielleicht auch nicht eines der bestorganisierten Weltcups“, wie er sagte.

Olympia-Konzept: Verteilung über ganz Norditalien erntet Kritik

Besonders scharf äußerte sich DSV-Alpindirektor Wolfgang Maier. „Für mich sind es Olympische Spiele zweiter Klasse“, polterte er über die Winterspiele von Mailand und Cortina d‘Ampezzo, die sich de facto über ganz Norditalien erstrecken. „Wenn man sich den olympischen Spirit vor Augen hält und wenn man Paris gesehen hat, dann macht man jetzt in Italien genau das Gegenteil“, kritisierte Maier das Konzept der Gastgeber.

Auch der deutsche Männer-Cheftrainer Christian Schwaiger zeigte sich enttäuscht. „Olympia ist, glaube ich, schon in einer gewissen Art und Weise verloren gegangen“, meinte er im Hinblick auf das Konzept, die Spiele auf verschiedene Orte in ganz Norditalien zu verteilen. Er habe schon viele Spiele erlebt, „einige richtig gute, einige nicht so gute“, so Schwaiger.

Besonders pikant: Sogar die Corona-Spiele 2022 in Peking hätten trotz aller Einschränkungen mehr olympisches Flair gehabt als die aktuellen Winterspiele in Italien. Schmid erzählte, dass er sich damals zum Ziel gesetzt hatte, einmal Olympia in Europa als Ski-Kernregion zu erleben. „Jetzt hier hat man sich dann doch ein bisschen mehr erhofft“, sagte er nun aber.

Die Athleten bemängeln vor allem das Fehlen eines zentralen olympischen Dorfes, wo sich Sportler verschiedener Nationen und Disziplinen begegnen können. Stattdessen sind die Ski-Assen in gewöhnlichen Hotels untergebracht, was eher an einen normalen Weltcup-Stopp erinnert. Während die Gastgeber mit der Verteilung auf mehrere Standorte Kosten sparen und vorhandene Infrastruktur nutzen wollen, geht dabei offenbar das verloren, was Olympia ausmacht: der einzigartige Spirit des größten Sportereignisses der Welt. (ck)

Artikel von KaiK.ai