menu
menu
Universum

Jede Nacht ein Stückchen näher: Venus und Jupiter steuern auf spektakuläre Annäherung zu

Tanja Banner
26/05/2026 14:48:00

Planeten-Konjunktion

Die beiden hellsten Planeten kommen sich jeden Abend ein Stückchen näher. So kann man die Konjunktion zwischen Venus und Jupiter in „Zeitlupe“ beobachten.

Frankfurt – Wer in den kommenden Abenden nach Sonnenuntergang den Blick Richtung Westen richtet, wird sie sofort entdecken: zwei ungewöhnlich helle „Sterne“, die schon in der Abenddämmerung hell am Himmel strahlen. Tatsächlich sind es keine Sterne – sondern Venus und Jupiter, die beiden hellsten Planeten des Sonnensystems. Und sie spielen gerade ein faszinierendes Schauspiel, das man sich nicht entgehen lassen sollte. Es lohnt sich definitiv, in den nächsten Tagen regelmäßig danach Ausschau zu halten.

Die Planeten Venus und Jupiter bei einer Konjunktion im April 2022. (Archivbild)

Das Besondere: Man kann das Ereignis förmlich in Zeitlupe beobachten. Wer die beiden Planeten mehrere Abende hintereinander beobachtet, wird es merken – Venus (der rechte der beiden hellen Lichtpunkte) rückt jede Nacht ein Stückchen näher an Jupiter heran. Rund um den 9. Juni 2026 werden die beiden Planeten dann ihre größte Annäherung erreichen und nur noch 1,6 Grad voneinander entfernt stehen. Zum Vergleich: Streckt man den Arm aus und hält den kleinen Finger hoch, ist er etwa ein Grad breit – er würde dann gerade noch so zwischen die beiden Planeten passen.

Venus-Jupiter-Konjunktion mit bloßem Auge im Westen zu sehen

In der Astronomie nennt man die große Annäherung zweier Himmelskörper eine Konjunktion. Das Schöne daran: Das Schauspiel am Himmel ist vollständig mit bloßem Auge zu sehen – ein Fernglas oder Teleskop ist nicht nötig, da die beiden Planeten sehr hell und auffällig leuchten.

Obwohl Jupiter der größte Planet unseres Sonnensystems ist, wird die Venus am 9. Juni rund siebenmal heller leuchten als der Gasriese. Dafür gibt es gleich zwei Gründe: Zum einen befindet sich die Venus deutlich näher an der Erde als Jupiter – und kommt ihr derzeit jede Nacht noch ein Stückchen näher. Und zum anderen reflektieren die dichten Wolken der Venus das Sonnenlicht außergewöhnlich gut. Das Ergebnis ist ein strahlend heller Lichtpunkt am Himmel, der kaum zu übersehen ist.

Scheinbare Annäherung von Venus und Jupiter ist eine Sache der Perspektive

Tatsächlich kommen sich Venus und Jupiter im Sonnensystem gar nicht wirklich nahe – die scheinbare Annäherung ist nur eine Sache der Perspektive. Von der Erde aus gesehen scheinen die beiden Planeten zusammenzurücken, doch im Weltraum selbst passiert das nicht – dort dreht jeder Planet alleine seine Runden um die Sonne.

Wie oft eine Venus-Jupiter-Konjunktion stattfindet

Jupiter und Venus treffen sich verhältnismäßig häufig am Himmel. Laut Museum of Arts and Sciences findet eine Konjunktion der beiden hellen Planeten alle zehn bis 15 Monate statt. Da die Venus sich relativ nah an der Sonne befindet, ist sie entweder direkt vor Sonnenaufgang oder direkt nach Sonnenuntergang zu sehen – dementsprechend können die Venus-Jupiter-Konjunktionen nur am Abend- oder Morgenhimmel stattfinden.

Etwa 45 Minuten nach Sonnenuntergang kann man Venus und Jupiter sehen

Wer das Himmelsschauspiel beobachten möchte, kann direkt damit anfangen: Die beiden Planeten sind bereits jetzt jeden Abend tief im Westen am Himmel zu sehen – mit der Beobachtung beginnen kann man etwa 45 Minuten nach Sonnenuntergang. Wer einen freien Blick zum Horizont hat, kann Venus und Jupiter sehen, bis sie selbst im Westen untergehen. Der Abstand zwischen den beiden Planeten wird täglich kleiner.

Wer ein Fernglas zur Hand hat, sollte es rund um den 9. Juni unbedingt herausholen: Wenn Venus und Jupiter am nächsten beieinanderstehen, passen beide gleichzeitig ins Sichtfeld – und zusätzlich kann man auch die vier großen galileischen Monde des Jupiters im Sichtfeld blicken. Es kommt nicht allzu oft vor, dass man zwei Planeten und vier Monde gleichzeitig per Fernglas sehen kann. (Quellen: Eigene Recherche, Stellarium, Museum of Arts an Sciences) (tab)

Artikel von KaiK.ai