Preisschock in Rom
Böses Erwachen in Rom: Zwei Einheimische wollten an der Piazza del Popolo Kaffee trinken. Der Blick auf die Rechnung schockte – und warnt Italien-Urlauber.
Für viele Menschen in München und Bayern gilt Italien als das Sehnsuchtsziel Nummer eins – und wer italienisches Bar-Flair schätzt, verbindet die Hauptstadt Rom mit Kultur und Dolce Vita. Doch bei einem Städtetrip an den weltberühmten Plätzen der Ewigen Stadt eine Kaffeepause einzulegen, kann bisweilen einen herben Preisschock zur Folge haben. Diese bittere Erfahrung mussten nun zwei gebürtige Römer machen, die nach Jahren an einen vertrauten Ort ihrer Jugend zurückkehrten: Die traditionsreiche „Bar Canova“ an der prachtvollen Piazza del Popolo.
Wie der italienische Fernsehsender Mediaset in seiner Nachrichtensendung TG4 sowie Südtirol News berichteten, bestellten die beiden früheren Stammgäste im Außenbereich des Lokals zwei gewöhnliche Espressi und ein kleines Stück Sachertorte. Als die Bedienung schließlich die Rechnung überreichte, trauten die Gäste ihren Augen kaum: Stolze 35,11 Euro verlangte das Lokal für die kleine Zwischenmahlzeit.
Empörung über Lokal-Rechnung an Rom-Sehenswürdigkeit: „Sehen Touristen und nutzen die Gelegenheit“
Für die beiden Römer, die früher selbst im historischen Zentrum gewohnt hatten, ein regelrechter Schlag ins Gesicht. Gegenüber dem italienischen TV-Team machten sie ihrem Ärger Luft: „Ich weiß nicht, aber den Preis fanden wir wirklich übertrieben. Die Torte war auch nur ein kleines Stück.“ Früher sei das Lokal ein beliebter Treffpunkt für Nachbarn und Künstler gewesen – heute scheinen Einheimische durch astronomische Preise verdrängt zu werden.
Auch andere Gäste sparten nicht mit deutlicher Kritik. „Mit Sicherheit sehen sie die Touristen und nutzen die Gelegenheit, um sie abzuzocken“, warf eine Befragte dem Traditionscafé vor. Das Management der Bar Canova lehnte eine offizielle Stellungnahme vor laufender Kamera ab. In der Debatte um den Vorfall verwiesen Branchenkenner jedoch auf die explodierenden Gewerbemieten im Herzen Roms, die Betreiber über saftige Aufschläge im Außenservice an die Kundschaft weitergäben.
Immer wieder wird es in Rom teuer: 100 Euro für Cappuccino und 35 Euro für Omelett
Die Rechnung von der Piazza del Popolo ist längst kein Einzelfall im italienischen Tourismus. Andere Gäste berichteten von Rechnungen über 100 Euro für drei Cappuccini im Außenbereich. Eine spanische Besucherin zahlte im selben Viertel kürzlich 35,70 Euro für ein einfaches Omelett mit einem Cappuccino. Auch der Fall zweier Urlauber am Spanischen Platz, die 44 Euro für zwei Eisbecher hinblättern mussten, sorgte italienweit für hitzige Diskussionen. Dennoch bleibt ein normaler Espresso in Rom an vielen Ecken unschlagbar günstig bleibt.
Diese Italien-Regeln sollten Urlauber beachten: „Al Banco“ macht den Espresso viel billiger
Wer beim nächsten Rom-Trip oder Italien-Urlaub erstklassigen Kaffee genießen möchte, ohne in die Kostenfalle zu tappen, sollte die ungeschriebenen Kaffeeregeln in Italien beachten:
- Am Tresen trinken („al banco“): Im Stehen an der Bar kostet ein Espresso in Rom im Schnitt nur zwischen 1,20 Euro und 1,50 Euro (in Ausnahmefällen bis 2,70 Euro).
- Der teure Tisch-Aufschlag („servizio al tavolo“): Sobald Sie an einem Tisch im Außenbereich Platz nehmen, erheben Lokale an Touristen-Hotspots erhebliche Service- und Ambiente-Zuschläge.
- Speisekarte und Coperto vorab prüfen: Vor der Bestellung lohnt sich stets ein Blick auf die gesetzlich vorgeschriebene Preisliste („Listino Prezzi“) für den Tischservice sowie auf ein mögliches Gedeckgeld („Coperto“).
Dass es auch anders geht, zeigte kürzlich die Restaurant-Quittung einer Italien-Urlauberin: Sie war verblüfft, wie günstig diese für zwei Pizzen, zwei Getränke und Coperto ausfiel. (Quellen: Mediaset „TG4“, suedtirolnews.it) (kh)