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Kultur

1100 Jahre – Rekord-Eibe steht in Bayern

Susanne Stockmann
07/04/2026 18:00:00

Ein Wunder, dass dieser Baum noch lebt

Deutschlands ältester Baum wächst im Oberallgäu

1100 Jahre: Damit ist die Ureibe von Steibis im Oberallgäu der älteste Baum Deutschlands. Als sie die ersten Wurzeln in über 1000 Metern Höhe in die Erde wachsen ließ, herrschte im Deutschen Reich König Heinrich I., der sich verzweifelt gegen den Einmarsch der Ungarn wehrte! Bisher galt eine etwa 1000 Jahre alte Sommer-Linde in Niedersachsen als Rekordhalterin. Diese ist nun entthront: „Im Oberallgäu wurde eine Eibe gefunden, die glaubhaft 1100 Jahre alt sein dürfte und damit der älteste uns derzeit bekannte Baum Deutschlands ist“, teilte die Deutsche Dendrologische Gesellschaft mit.

Alter mit einem Bohrspan ermittelt

Der Stammumfang der „Ureibe“ beträgt 5,10 Meter, das macht sie zur dicksten bekannten Eibe. Der Uralt-Baum wächst auf einer Alpwiese auf einem Nordwesthang: „Im Winterhalbjahr erhält sie kaum Sonne, und es ist deutlich kälter als auf Südhängen in dieser Höhenlage“, erklärte die Gesellschaft. „Es ist ein Wunder, dass sie Jahrhunderte überlebt hat und es ihr offensichtlich gut geht.“ Zur Altersbestimmung habe man Jahrringe an einem elf Zentimeter langen Bohrspan aus dem Stamm untersucht. Im Juni wird die Eibe zum „Nationalerbe-Baum“ ernannt. Diese Auszeichnung soll dazu beitragen, Uralt-Bäume zu schützen und ihnen damit langfristig ein „Altern in Würde“ zu ermöglichen.

Die Eibe von Steibis hat auch den dicksten Stamm.

Eiben gelten als älteste Baumart Europas

Die Europäische Eibe (Taxus baccata) kann nicht nur als einzelnes Exemplar sehr alt werden. Sie gilt sogar als älteste Baumart Europas. Laut dem Bund Naturschutz kam sie schon im mittleren Jura vor, also vor etwa 150 Millionen Jahren. Überdies ist die Eibe demnach jener heimische Baum, der am meisten Schatten verträgt. Bis auf den roten Mantel seiner Früchte gilt der Nadelbaum in allen Teilen als giftig. Rehen und anderen Tieren macht das nichts: Nach Angaben der Datenbank NaturaDB fressen mehr als 30 Arten an der Eibe. Der Mensch nutzt sie als Lieferanten von besonders hartem Holz und Medikamentenwirkstoffen sowie als schnittverträgliches Heckengehölz.

Die Früchte einer Eibe.

Auch der älteste Baum Münchens ist eine Linde

Circa 300 bis 350 Jahre alt ist der älteste Baum Münchens, die sogenannte Röth-Linde, eine Winterlinde, ist circa 23 Meter hoch. Sie ist als Naturdenkmal geschützt und wächst nahe dem Gut Nederling (Moosach). Der Baum ist hohl, wird aber durch Metallstreben und Seile gehalten.

Die Röth-Linde in Moosach.
Artikel von KaiK.ai