Die deutsche Nationalmannschaft scheitert bereits im Sechzehntelfinale der Weltmeisterschaft an Paraguay. Zwar sorgte dafür auch eine umstrittene Schiedsrichterentscheidung, durch die ein wohl reguläres Tor von Jonathan Tah (30) zum 2:1 in der Verlängerung zurückgenommen wurde. Doch insgesamt überwiegt im Netz die Erkenntnis, dass man mit so einer gezeigten Leistung keinen Blumentopf gewinnt. Umso befremdlicher empfinden daher viele Userinnen und User einen Post von Bundeskanzler Friedrich Merz (70), der einen gerade schwärmenden Ton an den Tag zu legen scheint.
Auf seinem offiziellen X-Account heißt es von Merz: "Auch wenn das Ausscheiden schmerzt: Was für ein Spiel, DFB-Team! Mit eurem Einsatz und Teamgeist bei dieser WM habt ihr unser Land begeistert. Wir sind stolz auf euch." Natürlich sind aufmunternde Worte an die enttäuschten Spieler nie verkehrt. Im Kommentarbereich zum Beitrag wundern sich viele Menschen aber angesichts der gewählten Formulierung dann doch, ob Merz dasselbe Spiel wie sie gesehen hat.
Experten gehen härter ins Gericht
Weitaus kritischer äußerte sich das gesamte Expertenfeld des deutschen Fußballs. Mats Hummels etwa, der für MagentaTV im Einsatz ist, prognostiziert weitreichende Folgen: "Auf Verantwortlichen-Seite schreit es nach Konsequenzen. Das muss Thema sein, sowohl vom Bundestrainer selbst aus, als auch vom Verband." Er geht auch davon aus, dass einige Spieler in den kommenden Tagen aus der Nationalmannschaft zurücktreten werden.
"Der Trainer muss sich hinterfragen - und die Spieler. Was ich von einigen gesehen habe, war nicht genug. Vom Trainer auch nicht", pflichtete ZDF-Experte Christian Streich bei. Kollege Per Mertesacker legte noch deutlicher den Finger in die Wunde: "Die, die es noch nicht kapiert haben: Wir haben gegen die schwächste Mannschaft der Vorrunde gespielt. Die große Fußballnation Deutschland muss sich umschauen. Es werden sich viele Menschen hinterfragen müssen, ob das der Anspruch des deutschen Fußballs ist."