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Wirtschaft

Bildagentur in der Krise: Getty Images meldet Insolvenz an

Sandra Sporer
22/10/2026 09:47:00
Die Bildagentur Getty Images hat Insolvenz angemeldet. Bis Jahresende soll eine Umstrukturierung stattfinden.

KI-Bilder als Konkurrenz

Getty Images hat in den USA ein Chapter-11-Verfahren beantragt. Das Aus für die Bildagentur soll das jedoch nicht sein – das Unternehmen will sich neu aufstellen.

Seattle – In der Medienbranche und auch darüber hinaus ist Getty Images vielen ein Begriff. Sei es von Promi-Bildern bei der MET-Gala oder auch politischer Berichterstattung. Die in London gegründete Bildagentur agiert heute von den USA aus und hat ihren Hauptsitz in Seattle. Am Mittwoch (21. Oktober) beantragte das Unternehmen beim Konkursgericht im US-Bundesstaat Delaware ein sogenanntes Chapter-11-Verfahren.

Die Bildagentur Getty Images hat Insolvenz angemeldet. Bis Jahresende soll eine Umstrukturierung stattfinden.

Bei diesem Verfahren wird ein zahlungsunfähiges Unternehmen nicht aufgelöst, sondern soll saniert werden. Mit der Antragstellung greift ein automatischer Vollstreckungsstopp, sodass Gläubiger vorerst keine Forderungen eintreiben oder Klagen weiterverfolgen dürfen. Das Unternehmen erarbeitet dann einen Reorganisationsplan. Die Gläubiger stimmen über diesen dann in Gruppen ab. Abschließend muss das Gericht den Plan dann noch bestätigen, damit er wirksam wird.

Insolvenz von Getty Images: Bildagentur will Umstrukturierung bis Ende des Jahres abschließen

Das Unternehmen sieht darin einen Weg, seine ohnehin geplante Umstrukturierung „möglichst effizient“ umzusetzen, wie die Nachrichtenagentur AFP berichtet. Getty Images hatte schon länger mit Problemen zu kämpfen – unter anderem stellen KI-Bilder eine immer größere Konkurrenz dar.

Hinzu kommt das Scheitern der geplanten Fusion mit der Bilddatenbank Shutterstock. Medienberichten zufolge kostete das Getty mehr als 100 Millionen US-Dollar (umgerechnet rund 89 Millionen Euro). Im vergangenen Jahr schrieb das Unternehmen zudem einen Verlust von gut 206 Millionen US-Dollar (rund 183 Millionen Euro). Die Aktie fiel unter einen Dollar, die New Yorker Börse stellte die Listung in diesem Jahr ein.

Mitglieder der Familie Getty und die US-Investmentgesellschaft Koch Equity Development sollen bis zu 533 Millionen US-Dollar, rund 475 Millionen Euro, für die Schuldenrückzahlung aufbringen. Wie die Zeit berichtet, soll das Unternehmen nach Abschluss der Umstrukturierung vollständig in Privatbesitz übergehen. Während des Verfahrens läuft der Betrieb weiter. Bis zum Jahresende soll die Restrukturierung abgeschlossen sein, sofern die Aufsichtsbehörden zustimmen. (Quelle: AFP, Zeit)

Artikel von Soester Anzeiger