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Wetter-Prognose hat es in sich: Langfristmodell zeigt, was uns dieser Winter wirklich bringen wird

Dominik Jung
10/10/2026 07:27:00

Kolumne vom Meteorologen Dominik Jung

Die neuesten Winter-Karten aus Amerika sind da und sie haben es in sich. Was Deutschland droht. Eine Wetter-Kolumne von Dominik Jung.

Syke – Wer sich auf weiße Weihnachten und knackige Frostnächte gefreut hat, muss jetzt stark sein. Das amerikanische Langfristmodell rechnet für Dezember, Januar und Februar mit einem Winter, der in ganz Deutschland deutlich zu mild ausfällt. Ein bis zwei Grad über dem Durchschnitt sind es im Mittel, in Bayern und im Alpenvorland sogar bis zu drei Grad. Das klingt erst mal nach wenig. Über drei Monate gerechnet ist das aber eine ganze Menge. Die Folge: Im Flachland fällt kaum Schnee, stattdessen gibt es Regen, Matsch und Grau in Grau. Nur in den Hochlagen der Alpen dürfen sich Wintersportler noch Hoffnung machen.

Ein Tief nach dem anderen

Noch auffälliger sind die Niederschlagskarten. Von Portugal über Frankreich bis nach West- und Süddeutschland soll es teils deutlich nasser werden als üblich. Bei uns könnten in diesem Winter zehn bis 25 Prozent mehr Regen fallen. Dahinter steckt eine Wetterlage mit Zündstoff: Die Tiefs vom Atlantik nehmen eine südlichere Bahn und steuern direkt auf Mitteleuropa zu, statt über Skandinavien abzuziehen. Das ist kein Winter für Schlitten und Schneemann, das ist ein Winter für Gummistiefel und Sandsäcke. Setzt sich diese Lage fest, rollt ein Sturmtief nach dem anderen auf Deutschland zu. Dann kann auch mal ein richtiger Orkan dabei sein.

Der Winter 2026/27 soll laut der US-Wetterbehörde NOAA europaweit deutlich zu warm ausfallen.

Erinnerungen an die großen Winterfluten

Besonders heikel wird es an den Flüssen. Im Winter verdunstet kaum Wasser, die Böden sind schnell bis zum Rand vollgesogen. Kommt dann noch Tauwetter in den Mittelgebirgen dazu, schießen die Pegel in die Höhe. Genau so eine Mischung hat Deutschland schon einige der schlimmsten Hochwasser beschert, etwa an Weihnachten 1993 und im Januar 1995 an Rhein und Mosel oder zuletzt rund um Weihnachten 2023 in Niedersachsen. Auch Saar, Nahe und Main wären bei einer solchen Lage gefährdet. Komplett abgeschrieben ist der Frost trotzdem nicht, kurze Kältephasen sind immer drin. Das Grundmuster für diesen Winter zeigt aber klar in eine Richtung: mild, nass und stürmisch.

Artikel von Soester Anzeiger