menu
menu
Zuhause

Neubaugebiet bei Attendorn: Platz für viele neue Häuser und einen Kindergarten

14/10/2026 10:05:00

Kritik am Verkehr

Die Verantwortlichen der Volksbank Sauerland und des Dortmunder Planungsbüros Pesch und Partner erläuterten an diesem Dienstag den aktuellen Planungsstand für das Neubaugebiet.

46 Baugrundstücke, rund 62 Wohneinheiten und ein dreigruppiger Kindergarten: Die Pläne für ein Neubaugebiet bei Attendorn klingen verheißungsvoll, sorgen aber auch für Kritik.

Petersburg; von Barbara Sander-Graetz – Wo bislang eine Weihnachtsbaumplantage steht, soll in den kommenden Jahren ein neues Wohngebiet mit dem Titel „Petersburg/Krähenberg“ im Attendorner Ortsteil Petersburg entstehen. Auf dem Gelände sind 46 Wohnbaugrundstücke mit insgesamt rund 62 Wohneinheiten vorgesehen. Geplant sind 18 Einfamilienhäuser, sechs Doppelhäuser, acht Kettenhäuser, vier Reihenhäuser und vier Mehrfamilienhäuser. Zum Konzept gehören außerdem ein Regenrückhaltebecken, Ausgleichsflächen und ein Kindergarten mit drei Gruppen. „Ein Träger hat bereits Interesse bekundet“, berichtete Wolfgang Hilleke von der Volksbank Sauerland, die das Neubaugebiet realisieren möchte.

Neubaugebiet bei Attendorn: Platz für viele neue Häuser und einen Kindergarten

Bei der Gestaltung der Häuser bleiben den Bauherren weitgehend Freiheiten. Lediglich für die Kettenhäuser sind besondere Bauvorgaben vorgesehen.

Um das Bauen für unterschiedliche Einkommensgruppen zu ermöglichen, setze die Volksbank auf ein Konzept mit verschieden teuren Grundstücken. Rund 30 Prozent der Gesamtfläche beziehungsweise etwa 40 Prozent der Grundstücke sollen zu Sonderbedingungen vergeben werden. Die übrigen Grundstücke sollen zu „marktüblichen Konditionen“ angeboten werden. Damit sollen sich die unterschiedlichen Preise insgesamt ausgleichen. Konkrete Zahlen wurden auf dem Termin nicht genannt.

Für Fragen zu den Vergabekriterien steht Dirk Japes von der Volksbank als Ansprechpartner zur Verfügung. Bei der Auswahl der Bewerber soll auch das „Prinzip der Genossenschaft“ eine Rolle spielen.

Interessenten können sich Interessierte voraussichtlich bis zum Frühjahr 2027 um einen Bauplatz bewerben. Eine Interessentenliste besteht bereits. Nach Abschluss der Bewerbungsphase sollen die Grundstücke den Bewerbern zugeordnet werden. Sollten anschließend noch Flächen verfügbar sein, gehen diese in die freie Vermarktung.

Für die Erschließung des Neubaugebiets wird mit einer Dauer von rund einem Jahr gerechnet. Die Umsetzung kann in mehreren Bauabschnitten erfolgen.Für die Erschließung des Neubaugebiets wird mit einer Dauer von rund einem Jahr gerechnet. Die Umsetzung kann in mehreren Bauabschnitten erfolgen.

Neubaugebiet bei Attendorn: Thema Verkehr sorgt für Diskussionen mit den Anwohnern

Deutlich lebhafter wurde es, als die Verkehrserschließung zur Sprache kam. Nach den bisherigen Planungen soll das Neubaugebiet hauptsächlich über die Schützenstraße und zusätzlich über die Straße Am Krähenberg angebunden werden. Doch damit waren längst nicht alle Anwohner einverstanden. Mehrfach kam die Frage auf, warum nicht auch der Petersburger Weg genutzt werden könne. Schließlich habe dieser während der Bauarbeiten am Turbokreisel bereits als Umleitungsstrecke gedient.

Allerdings ist der Petersburger Weg vergleichsweise schmal. Ein Ausbau ist nicht vorgesehen. Zudem berichteten Anwohner, dass sie bereits durch den Umleitungsverkehr während der Kreiselerneuerung erheblich belastet gewesen seien. Nach Einschätzung des Verkehrsgutachters ist die Schützenstraße die einzig verträgliche Hauptanbindung für das neue Wohngebiet. Dennoch ließen die Bürger nicht locker. Insbesondere die Frage, ob der Petersburger Weg zumindest während der Erschließungsarbeiten als Baustraße genutzt werden könnte, wurde mehrfach aufgeworfen.

Bedenken äußerten ebenfalls Anlieger des Rapswegs. Sie befürchten, dass ihre Straße künftig verstärkt als Abkürzung genutzt werden könnte. Attendorner Baudezernent Markus Hohmann ging auf die Sorgen ein. Nach den Berechnungen des Verkehrsgutachters sei die Belastungsgrenze des Rapswegs noch längst nicht erreicht. Die prognostizierten rund 800 Fahrzeuge seien aus gutachterlicher Sicht überschaubar. Dennoch sagte Hohmann zu, die Situation nochmals zu betrachten. Auch die mögliche Nutzung des Petersburger Wegs für den Baustellenverkehr soll erneut geprüft werden.

Dabei wurde deutlich, dass zwischen der Erschließungsphase und der späteren privaten Bautätigkeit unterschieden werden muss. Während die Verkehrsführung bei der Erschließung noch gezielt gesteuert werden kann, ist dies bei den späteren Bauvorhaben der einzelnen Grundstückseigentümer nur eingeschränkt möglich.

Dass sich bei einem solchen Thema kaum eine Lösung finden lässt, die alle zufriedenstellt, wurde an diesem Abend deutlich. Die Verkehrsprobleme seien intensiv diskutiert worden, doch werde man mit den Entscheidungen wohl nie allen gerecht werden können.

Eine weitere Frage betraf den vorhandenen Baumbestand am Rand des geplanten Wohngebiets. Hier konnte Maximilian Müller von der Volksbank beruhigen: Die großen angrenzenden Eichen müssen nicht gefällt werden. „Nur einzelne Bäume“ seien von den Maßnahmen betroffen.

Die Volksbank Sauerland hat unlängst für ein anderes Wohnprojekt im Hochsauerlandkreis ihr Richtfest gefeiert. Und auch in Olpe entsteht derzeit neuer Wohnraum im Premium-Segment.

Artikel von Sauerlandkurier