Hundesport in Neu-Isenburg
Beim Sommerfest des Vereins für Polizei- und Schutzhunde in Neu-Isenburg traten Hunde zum Rennen an. Doch einige Teilnehmer hatten eigene Vorstellungen vom Ablauf.
Neu-Isenburg – Die berühmten Hundstage – eigentlich eine besonders heiße Wetterperiode im August – scheinen in diesem Jahr früher eingetreten zu sein. Passend dazu fand nun das Sommerfest des Vereins für Polizei- und Schutzhunde (VPS) in Neu-Isenburg statt. Dabei waren Temperaturen von 34 Grad eigentlich keine gute Voraussetzung für die sportlichen Aktivitäten, die dort auf dem Programm standen.
War man erst einmal auf dem VPS-Gelände angekommen, war die Lage jedoch nicht allzu dramatisch. Ein großer Teil der Anlage liegt unter schattenspendenden Bäumen. Zusätzliche Zelte, Sonnenschirme und vor allem kleine Pools für die Vierbeiner sorgten für ein erträgliches Ambiente. „Wir hatten zwar schon mal mehr Besucher, aber wir sind richtig überrascht und zufrieden, dass so viele gekommen sind“, freute sich Heidi Leichter-Batz, die seit Langem in dem Verein aktiv ist, über den regen Zuspruch.
Sommerfest in Neu-Isenburg: Einblicke ins Longieren mit Hund
„Wir sind ein Verein, der sich der Arbeit mit Hunden in unterschiedlicher Art und Weise widmet. Deshalb steht diese auch im Mittelpunkt unseres Sommerfestes – aber die Gemeinschaft und Geselligkeit sollen natürlich auch nicht zu kurz kommen“, sagte der derzeitige Vorsitzende Ulrich Seel. So zeigte man im Rahmen der sogenannten Gruppenarbeit, wie verträglich Hunde miteinander auskommen und gemeinsam kleine Übungen absolvieren können.
„Da steht Longieren auf dem Programm, aber ich sehe noch kein Pferd“, war eine Besucherin zu hören. Des Rätsels Lösung folgte auf dem Fuße: „Ja, auch unser Longieren mit dem Hund hat Ähnlichkeiten mit dem Pferdesport und ist nicht weniger anspruchsvoll“, erklärte die Trainerin Joen Zimoch. In der Mitte eines Kreises von 6 bis 7 Metern Durchmesser steht die Trainerin, außerhalb läuft das Tier in kreisförmigen Bahnen.
„Zunächst erfolgen die Kommandos, die mit Unterstützung der Leine vom Hund eingefordert werden. Später soll dies alles frei, also ohne Leine und nur mittels Anweisung und Körpersprache, erfolgen“, so Zimoch. In der Praxis gab es hier noch unterschiedliche Meinungen zwischen Hundeführer und Hund – das entsprechende Training dient deshalb auch dazu, die Kommunikation zu stärken.
Hunderennen in Neu-Isenburg: Von der Gassirunde bis zum Super-Spring
Im Zentrum der Veranstaltung stand allerdings das Hunderennen. „Wir haben alles gemäß den Vorschriften aufgebaut, also ein Netz zu beiden Seiten der Rennstrecke und natürlich eine moderne Zeitmesstechnik“, erklärte Jasmin Tessman, die stellvertretende Vorsitzende des Vereins. Soweit die Theorie. In der Praxis zeigte sich jedoch, dass es zwischen Hund und Mensch auch hier beträchtliche Differenzen gibt, was den Sinn solch eines Rennens ausmacht. Kaum war ein Tier vom Halter am Start losgelassen, begann zunächst eine ordentliche Begutachtung der Rennstrecke. Erst nach einer gewissen Zeit kam das Hundchen mit Eigensinn dann auch im Ziel an. „Was hast du denn da wieder für eine Schau abgezogen, das ist heute ein Hunderennen und keine Gassirunde“, folgte die Belehrung – aber ein Leckerli gab es trotzdem. Viel besser lief es bei Annkatrin Geiß und ihrer Ella. Die Australian-Shepherd-Hündin hatte vom Start weg nur eines im Sinn – möglichst schnell zu ihrem Frauchen zu kommen. Das Spektrum der anderen Teilnehmer reichte vom Erst-einmal-im-Wald-Verschwinden bis hin zum Super-Sprint. „Das ist eben auch das Schöne beim Hunderennen“, meinte Stefani Riedl, die mit ihrer Pina am Start war.