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Lifestyle

Vater und Sohn fahren 100 Kilometer nach Paris – für einen guten Zweck

Lara Kuhn
25/06/2026 06:00:00

Fahrradtour für Namibia

Benni und Christian Barufke lieben es, in einem angenehmen Tempo die Natur zu genießen. Gleichzeitig können sie etwas Gutes tun.

Christian und Benni Barufke aus Dreieich starten am 29. Juni eine Spendenaktion. Mit ihrer Fahrradtour wollen sie 5000 Euro für eine Schule in Namibia sammeln.

Dreieich – Christian Barufke und sein Sohn Benni sind richtige Fahrradfans. Bereits beim ersten Schritt in die Wohnung fällt jedem Besucher ein altes blauen Fahrrad auf, das an der Wand hängt. In der Küche sind Miniaturmodelle aufgestellt.

Vor vier Jahren, als Benni zehn Jahre alt war, wollte dieser seine erste lange Fahrradtour nach Köln machen. Damals dachte Barufke noch, sein Sohn sei zu jung dafür. Benni bewies ihm das Gegenteil. Seitdem steigerten sie sich von Jahr zu Jahr. Die letzte Route reichte nach München. In diesem Jahr legen sie noch eine Schippe drauf. Und das nicht nur bei der Kilometeranzahl: Mit der Fahrradreise wollen sie Spenden sammeln.

 Ich fände es doof, keine Schule zu haben. Bildung ist eines der wichtigsten Dinge, die man braucht, um aus der Armut herauszukommen. Deshalb finde ich es wichtig, die Menschen zu unterstützen.

Benni, 14 Jahre

Los geht es am 29. Juni, 10 Uhr, an der Heinrich-Heine-Schule (HHS) in Dreieich. Die Aktion war die Idee von Bennis Vater, der selbst Lehrer ist: „Die Heinrich-Heine-Schule hat eine Partnerschule in Namibia. Im vergangenen Jahr bin ich mit Kollegen beim Hugenottenlauf mitgelaufen, um Spenden zu sammeln“, erklärt er. Da er einen lokalen Bezug wollte, entschied er sich für Vineyard School in Namibia. Daraufhin erfuhr er, dass diese ohnehin gerade einen neuen Naturwissenschaftsraum für die neunte Klasse schaffen wollen. Die HHS hat bereits Sachspenden wie Bunsenbrenner dorthin geschickt.

Vater und Sohn aus Dreieich werben für Spendenfahrt in Sozialen Medien

Und Bennis neues Hobby, die Arbeit mit der Kamera, konnten sie damit gut verbinden. Die beiden brachten Barufkes Social-Media-Kanäle auf Vordermann und benannten sie um in „adventureline99“. Darüber wollten sie die Menschen auf ihrer Tour mitnehmen und so Spender gewinnen. Seit zwei Monaten sind Barufke und Benni im Internet aktiv. „Ich dachte mir, wenn ich mit dem Kanal populärer werde und ich kenne auch viele Menschen hier, weil ich hier aufgewachsen bin und in der Politik tätig war, kann ich meine Popularität nutzen und für eine gute Sache Spenden sammeln“, sagt Barufke.

Das Spendenziel beträgt 5.000 Euro. Die Fahrradreise geht auf Wunsch Bennis nach Paris. „Ich habe verschiedene Städte ausgesucht, die ich mal befahren möchte: Berlin, London und Paris. Paris war im Vergleich zu München die beste Steigerung. Das sind 150 Kilometer mehr“, erzählt Benni.

Die Spenden können an die IBAN des Fördervereins Vineyard Christian Learning Centre überwiesen werden oder per PayPal oder Visa auf GoFundMe. „Erst haben wir uns überlegt, einen Shop auf Shopify zu machen. Die Leute sollten jeden Kilometer, den wir fahren, erkaufen können. Aber das ist technisch zu anspruchsvoll“, sagt Benni. „Über unseren Social-Media-Kanal wollen wir Menschen dafür erreichen. Die können etwa per PayPal Spenden an die Seite schicken“, fügt er hinzu. Die afrikanische Schule entstand aus einer Elterninitiative dort. Sie wollten Unterricht in einem richtigen Gebäude. Von Jahr zu Jahr gab es eine Klasse mehr. „Start war 2016. Jetzt sind wir in der achten Klasse angekommen und die Schule ist auf 600 Schüler gewachsen“, erklärt Barufke.

Benni und Christian Barufke sind 100 Kilometer am Tag unterwegs

Soziale Medien und Spenden

Updates und Informationen zur Fahrradtour und Spendenaktion gibt es auf Instagram und TikTok @adventureline99. Spenden an den Förderverein Vineyard Christian Learning Centre an die IBAN: DE96 5085 2651 0160 0233 54, BIC: HELADEF1DIE.

Die planmäßige Ankunft ist am 8. Juli. Jedoch ist das nur der Puffer, da die Strecke einige Steigungen hat. Eigentlich wollen Benni und Barufke am 7. Juli in Paris sein. Dafür müssten sie 100 Kilometer am Tag fahren, ansonsten 80 bis 90. Übernachten werden sie im Zelt, um flexibler zu sein. Sollten sie später ankommen, hat das keine Auswirkungen auf die Spenden. Danach folgt ein verdienter Urlaub in der Bretagne.

Barufke freut sich, dass sein Sohn seine Leidenschaft teilt. Ohne Sport geht bei den beiden nichts. Der 52-Jährige surft unter anderem, Benni spielt Fußball. „Gemeinsam etwas mit meinem Sohn zu machen, finde ich wunderschön. Wir sind oft auf der gleichen Wellenlänge. Manchmal schauen wir uns an, einer denkt etwas und der andere spricht es aus“, sagt Barufke und schaut lächelnd zu seinem Sohn hinüber.

Benni und Christian Barufke aus Dreieich sind trainierte Fahrradfahrer

Beide fahren regelmäßig Fahrrad, weshalb eine große Vorbereitung auf die Fahrt nach Paris nicht nötig war. Benni und Barufke fahren auch bei fast jedem Wetter. Bei zu starkem Regen, stellen sie sich mal unter. Ansonsten haben sie Regenponchos. Auf Benni wirken die Touren beruhigend: „Den ganzen Tag unterwegs zu sein, ins Zelt zu gehen und am nächsten Tag das Gleiche wieder, – das befriedigt mich. Man kommt vom Alltag weg“, sagt er.

Vater und Sohn wollen mit ihrer Aktion zeigen, dass nicht alles selbstverständlich ist: „Wir haben sanitäre Anlagen, gutes Essen, Bildung – das ist für viele Menschen auf der Welt Luxus. Dafür wollen wir ein Bewusstsein wecken“, erklärt Christian Barufke. Wohlstand sollte geteilt werden. „Ich fände es doof, keine Schule zu haben. Bildung ist eines der wichtigsten Dinge, die man braucht, um aus der Armut herauszukommen. Deshalb finde ich es wichtig, die Menschen zu unterstützen“, sagt Benni abschließend.

Artikel von Offenbach-Post