Ferienbetreuung
Der Musikverein Dietesheim hat in den Herbstferien Kinder in nur fünf Tagen ans Instrument gebracht. Die meisten wollen danach weitermachen.
Mühlheim – „Die Wissenschaft hat festgestellt – dass interessierte und begeisterte Kinder gute Schülerinnen und Schüler sind!“ Auch dieser Titel zählt zum Repertoire des Herbstferien-Orchesters beim Musikverein Dietesheim. Von „Hänschen klein“ bis „We Will Rock You“ haben beim Abschlusskonzert der Ferienaktion 14 Mädchen und Jungen nach nur fünf Tagen ein Instrument gespielt, von dem sie zu Beginn nicht einmal den Namen gekannt haben.
Und es ist nicht irgendein Euphonium, irgendeine Trompete oder Klarinette, an denen die Sieben- bis Zwölfjährigen übten. Die Gemeinschaft am Grünen See verfügt über 70 Geräte, die auf die Größe von kleinen Fingern, Armen und Lippen zugeschnitten sind, erläutert Jugendleiter Kilian Beez. Sein Vorgänger Joachim Olschok hält die Mini-Versionen in die Höhe.
Eltern, Großeltern und Geschwister sind zum Vorspiel in den Saal gekommen, in dem der Nachwuchs die Hälfte seiner schulfreien Tage verbracht hat. Neben Beez, Olschok und Jaroslav Micka unterrichteten die Teilnehmer auch der Vorsitzende Jan Eisenmann, Helga Santowski, Johannes Busch und Dominik Mann sowie erfahrene Mitglieder des Jugendorchesters.
Abschlusskonzert nach Ferienaktion von Musikverein Dietesheim
Durch das ehrenamtliche Engagement der Teenager konnte jedes Kind von einer oder einem erfahrenen Musikerin oder Musiker begleitet werden. Zu Beginn testeten sie reihum, wem welches Instrument liegt. „Bei Blasinstrumenten sieht man ziemlich schnell, welches passt“, berichtet der Jugendleiter Beez.
Die meisten Teilnehmer des kleinen Orchesters wollen weitermachen, haben sie signalisiert. Der Verein bietet ihnen Schnupperstunden und ein Instrument an, das auch noch einmal gewechselt werden kann. Wenn‘s doch nicht klappt, können die Eltern die Mitgliedschaft nach jedem Vierteljahr kündigen, wirbt der Sprecher, nicht erst nach zwölf Monaten.
Auf dem Stundenplan stehen der Einzelunterricht im Spiel, auch Rhythmusübungen und ein bisschen Musiktheorie. „Nach vier Wochen können die Neuen schon im Beginner-Orchester mitspielen“, versichert Beez, nach einem bis eineinhalb Jahren wechseln sie ins Vororchester.
Musizieren lernen ohne Druck
Eine bestandene Prüfung für das D1-Leistungsabzeichen in Bronze bei der Landesmusikjugend ist die Eintrittskarte ins Jugendorchester, in dem die Jüngsten 13, 14 Jahre alt sind. Nach dem D2-Test (Silber) gehören Aktive ins Hauptorchester. Für die Präsentation haben die Lehrkräfte das Drücken der Knöpfe mit Balken notiert. Doch die Interessierten lernen rasch, nach Noten zu spielen, erklärt der Jugendvertreter.
„Wir üben keinen Druck aus, jede Schülerin, jeder Schüler soll sich die Zeit nehmen, die sie oder er benötigt.“ Und weil Musizieren hungrig macht, haben die jungen Talente jeden Mittag mit Julia Henninger gekocht.