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Universum

Astronauten-Essen: Was im All wirklich auf den Tisch kommt

KaiK.ai
29/08/2026 14:02:00

Astronautinnen und Astronauten essen im All erstaunlich normal. Doch jeder Bissen muss gegen Schwerelosigkeit, Zeitdruck und Krümel bestehen. Deshalb ist Weltraumnahrung viel durchdachter, als sie auf den ersten Blick wirkt.

Wenn das Abendessen schwebt

Draußen zieht die Erde lautlos vorbei. Sonnenaufgänge folgen in schneller Folge. In der Raumstation riecht es nach Technik, Metall und manchmal nach warmem Essen.

Auch weit über unserem Planeten bleibt eine Mahlzeit ein wichtiger Moment. Sie liefert Kraft, Struktur und ein Stück Zuhause.

Doch was Astronautinnen und Astronauten im All essen, unterscheidet sich deutlich vom Alltag auf der Erde.

Keine Tubenwelt, sondern sorgfältige Auswahl

Das alte Bild von Menschen, die nur Paste aus Aluminiumtuben essen, ist längst überholt.

Auf der Internationalen Raumstation ISS gibt es eine breite Auswahl an Gerichten. Die Vorräte stammen unter anderem von Raumfahrtbehörden wie NASA, ESA, JAXA und Roskosmos.

Jedes Land bringt dabei auch vertraute Speisen mit.

Auf dem Speiseplan stehen zum Beispiel:

Auch deutsche Astronautinnen und Astronauten konnten bereits vertraute Spezialitäten mitnehmen, etwa Kartoffelgerichte oder Brotaufstriche.

Essen ist im All nicht bloß Versorgung, sondern auch ein emotionaler Anker.

Wasser macht die Mahlzeit erst möglich

Viele Lebensmittel werden gefriergetrocknet zur Raumstation gebracht. Dabei wird ihnen auf der Erde fast das gesamte Wasser entzogen.

Das spart Gewicht und verlängert die Haltbarkeit erheblich.

Vor dem Essen wird heißes oder kaltes Wasser zugegeben. So werden aus trockenen Zutaten wieder Suppen, Reisgerichte oder Gemüseportionen.

Andere Gerichte werden durch Erhitzen haltbar gemacht und in flexiblen Beuteln verpackt. Sie müssen nur erwärmt werden.

Besonders praktisch sind Lebensmittel, die:

Typische Formen der Raumfahrtnahrung sind:

Warum Brot im All fast tabu ist

Brot klingt harmlos. In der Schwerelosigkeit kann es aber zum Problem werden.

Krümel fallen nicht einfach auf den Teller. Sie schweben durch die Kabine, können in Geräte gelangen oder sogar eingeatmet werden.

Deshalb greifen viele Besatzungen lieber zu Tortillas. Sie sind weich, brechen kaum und lassen sich gut füllen.

Auch Salz und Pfeffer stehen nicht einfach als Streuer auf dem Tisch. Die feinen Körner würden davonschweben.

Stattdessen werden Gewürze oft flüssig angeboten. So bleibt der Geschmack dort, wo er hingehört: auf dem Essen.

Der Geschmack verändert sich über der Erde

Viele Raumfahrerinnen und Raumfahrer berichten, dass ihnen Essen im All zunächst etwas fad vorkommt.

Das liegt nicht unbedingt an der Küche.

In der Schwerelosigkeit verteilt sich Körperflüssigkeit stärker in Richtung Kopf. Die Nase kann sich dadurch ähnlich verstopft anfühlen wie bei einer Erkältung.

Weil Geruch und Geschmack eng verbunden sind, schmeckt manches weniger intensiv.

Darum sind würzige Speisen besonders beliebt. Scharfe Soßen, Knoblauch, Meerrettich oder kräftige Gewürzmischungen stehen bei vielen hoch im Kurs.

Was auf der Erde kräftig schmeckt, kann im All genau richtig sein.

Gesundheit wird mitgerechnet

Die Ernährung im All folgt klaren wissenschaftlichen Regeln.

Astronautinnen und Astronauten brauchen genügend:

Denn der menschliche Körper verändert sich im All. Ohne regelmäßige Belastung bauen Muskeln und Knochen schneller ab.

Raumfahrtbehörden prüfen deshalb Kalorien, Nährstoffe, Haltbarkeit und Sicherheit jeder Mahlzeit.

Ergänzend trainieren die Besatzungen täglich intensiv. Gute Ernährung und Bewegung gehören untrennbar zusammen, wenn Menschen monatelang im All leben und arbeiten.

Frisches Grün aus dem kleinen Garten

Auf der ISS wurden bereits Salat, Radieschen, Paprika und andere Pflanzen angebaut.

Solche kleinen Ernten reichen noch nicht aus, um eine Besatzung vollständig zu versorgen. Trotzdem sind sie ein wichtiger Schritt für längere Reisen zum Mond oder Mars.

Frisches Gemüse liefert nicht nur Vitamine. Es verändert auch die Stimmung.

Pflanzen bringen Farbe, Leben und einen vertrauten Anblick in eine Umgebung aus Kabeln, Bildschirmen und geschlossenen Modulen.

Ein Blatt Salat kann im All überraschend viel bedeuten.

Das gemeinsame Essen bleibt menschlich

Mahlzeiten werden auf der ISS oft gemeinsam eingenommen, wenn der Arbeitsplan es erlaubt.

Die Lebensmittelbeutel werden befestigt. Getränke bleiben in verschlossenen Behältern. Besteck wird gesichert, damit es nicht davonschwebt.

Es ist kein Restaurantbesuch. Aber es ist ein wertvoller Moment der Ruhe.

Besonders bei Feiertagen oder persönlichen Anlässen dürfen Astronautinnen und Astronauten oft ausgewählte Lieblingsgerichte mitnehmen.

Diese kleine Freiheit stärkt die Moral. Sie erinnert daran, dass hinter Raumanzügen und Forschung auch Menschen mit Gewohnheiten, Erinnerungen und Appetit stehen.

Am Ende zählt mehr als Sättigung

Astronautinnen und Astronauten essen im All keine geheimnisvolle Zukunftsnahrung.

Sie essen sorgfältig angepasste, sichere und oft erstaunlich vertraute Mahlzeiten. Wasser, Verpackungen und Schwerelosigkeit machen den Unterschied.

Doch der Kern bleibt derselbe:

Essen gibt Energie, schützt die Gesundheit und schafft Nähe. Selbst weit entfernt von der Erde bleibt eine gute Mahlzeit ein kleines Stück Heimat.

Artikel von KaiK.ai