Klinikum Kassel
Das Klinikum Kassel plant einen Neubau für Zentral-OP und Intensivstation, der 2030 fertig sein soll. Zum Stand der Dinge äußert sich Michael Knapp, Chef der Gesundheit Nordhessen Holding.
Kassel – Nach den Turbulenzen rund um Vorwürfe aus einem anonymen Brief rückt am Klinikum Kassel eine ganz andere Frage in den Fokus: Wie geht es mit dem geplanten Neubau weiter? Dieser soll die Intensivstation und einen zentralen Operationsbereich beinhalten und neben dem bereits bestehenden Gebäude hinter dem Besucherparkhaus errichtet werden. Veranschlagte Kosten: 125 Millionen Euro. Zuletzt hieß es, er soll 2030 fertiggestellt sein, was trotz kleinerer Verzögerungen weiterhin realistisch erscheint.
Begrüntes Parkhaus und Apotheke
Neben dem geplanten Neubau mit zentralem Operationsbereich und Intensivstation wird es weitere bauliche Veränderungen am Klinikum geben. So steht der Bau einer Apotheke an. Damit begonnen werden kann womöglich Ende des nächsten Jahres oder Anfang 2028. Eine andere konkrete Veränderung wird schon früher sichtbar: Die Parkhäuser nämlich sollen aus Hitzeschutzgründen begrünt werden.
Allerdings stellt sich die Frage, ob der Umfang des Neubaus noch ausreicht. Nach Informationen unserer Zeitung gibt es durchaus Erwägungen, Anpassungen vorzunehmen. Michael Knapp, Chef der Gesundheit Nordhessen Holding, zu der das Klinikum gehört, sagt dazu nichts. Er verweist aber generell auf die Entwicklung. Zu dieser gehört, dass auch das Kasseler Klinikum nun einen Bescheid des Landes mit den künftigen Leistungszuweisungen erhalten hat. Laut Knapp bleibt das Klinikum „ein Haus der umfassenden Notfall- und Maximalversorgung und soll für die Region eine wichtige koordinierende Rolle übernehmen“. Dazu gehörten unter anderem die Zusammenarbeit bei größeren Schadenslagen, Intensiv- und Notfallversorgung sowie digitale und telemedizinische Netzwerke.
Schon jetzt stößt das Klinikum an seine räumlichen Grenzen. Knapp: „In der Notaufnahme haben wir zu bestimmten Zeiten ein erhebliches Aufkommen. Gerade bei der Notfallversorgung müssen wir deshalb unsere Strukturen weiterentwickeln.“ Die Anforderungen an die Notaufnahmen würden steigen, gleichzeitig kämen die Vorgaben der Krankenhausreform hinzu. „Wir müssen beispielsweise sicherstellen, dass Patientinnen und Patienten sehr schnell nach ihrer Ankunft eine medizinische Ersteinschätzung erhalten“, sagt Knapp. Allerdings: Die Notaufnahme ist derzeit nicht Teil des geplanten Neubaus.
Die Stadt Kassel ist zu 92,5 Prozent an der Gesundheit Nordhessen Holding beteiligt. Deren Sprecher Sascha Stiebing sagt zum Stand des Neubaus und einer möglichen Anpassung der Pläne: „Die GNH plant den Neubau des Zentral-OPs und der Intensivbereiche auf Grundlage umfangreicher fachlicher Planungen und Bedarfsanalysen. Die entsprechenden Entscheidungen werden in den zuständigen Gremien der GNH beraten und getroffen. Sollte sich im weiteren Planungsprozess zusätzlicher Anpassungsbedarf ergeben, würden die zuständigen Gremien diesen bewerten und entsprechende Entscheidungen treffen.“ Er betont aber auch: „Derzeit gibt es aus Sicht der Stadt Kassel keinen Anlass, von einer solchen Veränderung auszugehen.“ Alle Beteiligten, so Stiebing, verfolgten das Ziel, die medizinische Versorgung am Klinikum Kassel langfristig leistungsfähig und zukunftssicher aufzustellen. (Florian Hagemann und Matthias Lohr)