Die Brennholzpreise im Landkreis bleiben auf Vorjahresniveau, die Nachfrage ist hoch, und immer mehr Kunden kaufen das Holz fertig beim Händler.
Waldeck-Frankenberg – Stabile Preise bei weiterhin hoher Nachfrage: Die Brennholzpreise im Landkreis bleiben auf dem Niveau des Vorjahres – ob beim Forstamt Frankenberg-Vöhl, der Waldeckischen Domanialverwaltung oder beim Forstamt Lichtenfels. So bietet die Kommunalwald Waldeck-Frankenberg GmbH Brennholz für weiterhin 90 Euro je Festmeter an, erklärt Hendrik Block, Direktor der Domanialverwaltung mit Sitz in Bad Arolsen.
Die Kommunalwald GmbH ist ein kommunaler Zusammenschluss, der die forstfachliche Betreuung der Waldflächen und die Holzvermarktung für Städte und Gemeinden in Waldeck-Frankenberg, benachbarte Landkreise und den Domanial- und Kreiswald übernimmt. Das Holz ist dann drei Meter lang, an die Forststraße gerückt und noch nicht zu Scheiten aufgearbeitet. Abfahren und aufarbeiten muss es der Käufer selbst. Wer die Scheite ofengerecht geliefert bekommen möchte, wendet sich an einen Holzhändler. Die seien tatsächlich mehr gefragt, sagt Hendrik Block: „Es gibt eine merkliche Verschiebung von Einzelkunden, die das Holz dann selber klein schneiden und spalten, hin zu Brennholzhändlern.“
Dabei sei das „beliebteste und auch am häufigsten angebotene Brennholz in unserer Region die Buche“, so Block. „Die Nachfrage ist sehr groß, aber wir können alle Kunden bedienen.“ Die Nachfrage könne aus der Nutzung der heimischen Wälder problemlos gedeckt werden. Auch beim Forstamt Lichtenfels ist die Buche als Brennholz gefragt. Die Preise liegen bei 80 bis 90 Euro pro Festmeter. Der höhere Preis gilt für sogenanntes Automatenholz, also gerades, astfreies und gleichmäßig dickes Rundholz, das sich besser für die maschinelle Verarbeitung mit Sägespaltautomaten eignet, erklärt der Lichtenfelser Stadtförster Martin Wrosch. Die Nachfrage sei in Lichtenfels meist im Frühjahr höher als im Herbst, „zumal wir ein trockenes, warmes Jahr hatten, da wurde kaum Holz verfeuert, die Vorratslager sind noch voll“, so Wrosch.
„Buchenbrennholz wird mit der neuen Brennholzsaison seit dem 1. September gut nachgefragt. Die hohen Preise für Heizöl und Gas lassen gleichzeitig die Nachfrage nach Alternativen steigen. Somit ist auch der Preis hessenweit auf 85 Euro pro Festmeter brutto festgesetzt und Buchenbrennholz kann ebenso über das Brennholzportal von Hessen-Forst erworben werden“, erklärt Fabian Kluckow, Bereichsleiter Produktion beim Forstamt Frankenberg-Vöhl. Bei Hessen-Forst werde auch Eichenbrennholz rege nachgefragt, Kostenpunkt: 60 Euro pro Festmeter.
Auch für die nahe Zukunft geht Hendrik Block „von einem stabilen Preis beim Brennholz aus. Glücklicherweise unterliegt das regional geerntete Brennholz nicht so großen Schwankungen aufgrund der Weltpolitik.“
Aus dem Wald nur unter Auflagen
Wer sein Holz von Forstwegen im Wald abholt und dann selbst aufbereitet, kommt finanziell am besten weg. Wer allerdings direkt beim Forst kauft, muss Auflagen erfüllen. Unter anderem benötigt sie oder er einen Motorsägenschein. Erst dann darf es an die Arbeit gehen. Wer sich das Abfahren, Sägen und Spalten ersparen möchte, kann für einen Preisaufschlag bei Brennholzhändlern kaufen, die ofenfertige Scheite anbieten und sogar bis an die Haustür liefern.