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Gesundheit

Fällarbeiten am Wieter: Waldwege in Northeim teilweise gesperrt

Rosemarie Gerhardy
10/10/2026 06:00:00

Waldpflege am Wieter

Kommt erneut zum Einsatz: Moringens Forstamtsleiter, Stefan Schreiber, der auch den Northeimer Stadtwald betreut, vor dem Harvester, mit dem im Wald bereits im März gearbeitet wurde.

Das Stadtforstamt Moringen sperrt Wege im Northeimer Stadtwald wegen Holzeinschlag. Forstamtsleiter Schreiber warnt: Beim Holzeinschlag bestehe Lebensgefahr.

Northeim – Das Stadtforstamt Moringen will ab der zweiten Oktoberwoche im Stadtwald Northeim im Bereich des Wieters – oberhalb des Weinbergwegs Richtung Wieterturm – den Wald durchforsten. Während der Arbeiten sind die betroffenen Waldabschnitte und Rückegassen aus Sicherheitsgründen gesperrt.

Das Forstamt bittet alle Waldbesucher eindringlich, die Absperrungen und Warnschilder zu beachten. „Beim Holzeinschlag besteht Lebensgefahr“, betont Forstamtsleiter Stefan Schreiber. Nach Abschluss der Arbeiten werden die Wege zügig wieder freigegeben, verspricht er.

In dem von Buchen und Eschen geprägten Mischbestand kommt laut Schreiber ein moderner Holzernter (Harvester) zum Einsatz. Die Pflegearbeiten verfolgen laut Mitteilung mehrere waldbauliche Ziele: Sie stärken die Vitalität des verbleibenden Bestandes, reagieren aktiv auf das Eschentriebsterben und liefern gleichzeitig wertvollen, nachwachsenden Rohstoff.

Durch das gezielte Entnehmen einzelner Bäume schaffen die Forstleute mehr Licht, Raum und Nährstoffkapazitäten für die verbleibenden Bäume, führt Schreiber weiter aus.

Raum für „Zukunftsbäume“

Ausschlaggebend für die Arbeiten sind laut Forstamtsleiter vorwiegend waldbauliche Gründe.

In dicht stehenden Buchen-Eschen-Beständen konkurrierten die Bäume im Kronenbereich intensiv um das Sonnenlicht.

Durch das Entnehmen bedrängender Nachbarbäume – sogenannter Bedränger – erhalten die stabilsten und qualitativ hochwertigsten Buchen und Eschen (die sogenannten Zukunftsbäume) den nötigen Freiraum.

Das Ergebnis: Die Kronen der verbleibenden Bäume können sich voll entfalten.

Dies fördert das Dickenwachstum, stärkt das Wurzelsystem und macht den Waldbestand stabiler gegenüber Windwurf und Schneebruch. „Ein gut strukturierter Mischbestand ist zudem deutlich widerstandsfähiger gegenüber den Unbilden des Klimawandels“, begründet Schreiber die Arbeiten.

Eschentriebsterben

Ein weiterer wichtiger Faktor für die Waldarbeiten ist das anhaltende Eschentriebsterben.

Diese durch einen Pilz verursachte Baumkrankheit setzt der Esche seit Jahren schwer zu.

Befallene Bäume verlieren schrittweise ihre Krone und die Wurzeln faulen ab. Nach einer gewissen Zeit stürzen die Bäume unkontrolliert um.

Um ein Sicherheitsrisiko durch herabstürzende Äste oder umstürzende Bäume entlang der Waldwege zu vermeiden, müssen stark geschädigte Eschen vorausschauend entnommen werden.

Vitalere Eschen, die Anzeichen einer natürlichen Resistenz zeigen, bleiben hingegen konsequent stehen und bilden die Basis für die kommende Baumgeneration, heißt es aus dem Forstamt.

Bodenschonende Technik

Der eingesetzte Harvester sei besonders spezialisiert, betont Schreiber. Der Harvester arbeite ausschließlich von festgelegten Rückegassen aus. Er biete neben einer hohen Arbeitssicherheit auch den Vorteil, dass Fällung und Entastung präzise gesteuert werden können. Dadurch würden Fällschäden an den verbleibenden Bäumen vermieden.

Nachwachsender Rohstoff

Die anstehenden Arbeiten dienen laut Schreiber nicht nur der Bestandspflege, sondern leisten auch einen Beitrag zur regionalen Rohstoffversorgung. Das geerntete Holz werde lückenlos verwertet. Hochwertiges Stammholz gehe an regionale Sägewerke und werde zu langlebigen Holzprodukten oder Baumaterial verarbeitet, die CO₂ langfristig binden. Das Kronen- und Schwachholz diene als heimisches Brennholz oder Energieholz und ersetze fossile Energieträger.

Artikel von Hessische/Niedersächsische Allgemeine