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Kultur

Spektakulärer Fund in Neuseeland: Höhle enthüllt Millionen Jahre verlorene Welt

Kilian Bäuml
11/02/2026 06:09:00

Zeitreise in die Vergangenheit

Forscher entdecken in einer neuseeländischen Höhle Millionen Jahre alte Fossilien. Ein Supervulkan löschte wohl die ganze Tierwelt aus.

Wellington – Tief unter der Erde von Neuseelands Nordinsel lag in einer unscheinbaren Höhle eine Million Jahre lang ein Geheimnis verborgen. Jetzt haben Forscher diesen versteinerten Schatz gehoben – und damit ein faszinierendes Kapitel der Erdgeschichte aufgeschlagen. In der Moa Eggshell Cave im Waitomo-Gebiet stießen Paläontologen um Trevor Worthy von der australischen Flinders University auf einen wahren Fossilschatz. Zwischen zwei Vulkanasche-Schichten entdeckten sie die Überreste von zwölf Vogelarten und vier Froscharten – alle etwa eine Million Jahre alt.

In einer Höhle auf Neuseelands Nordinsel entdeckten Forscher spektakuläre Fossilien. Der Fund schließt eine Million Jahre alte Lücke in der Naturgeschichte. (Symbolbild)

Der Fund schließt eine riesige Lücke in Neuseelands Naturgeschichte. „Damit fehlte nicht nur ein Kapitel aus der Vorgeschichte Neuseelands, sondern gleich ein ganzer Band“, erklärt Paul Scofield vom Canterbury Museum in Christchurch.

Zeitreise in die Vergangenheit: Neuseeland-Höhle birgt spektakuläre Fossilien-Schätze

Besonders spektakulär: Unter den Fossilien befindet sich ein früher Verwandter des Kakapo – jenes pummeligen, flugunfähigen Papageis, der heute zu Neuseelands Wahrzeichen gehört. Der neu entdeckte Strigops insulaborealis besaß jedoch schwächere Beine als sein heutiger Nachfahre, was darauf hindeutet, dass er möglicherweise noch fliegen konnte.

Auch ein Vorfahre der seltenen Takahē-Ralle kam ans Licht. Diese blauen, flugunfähigen Vögel galten 1930 bereits als ausgestorben, bevor 1948 doch noch lebende Exemplare entdeckt wurden. „Dies ist eine für Neuseeland neue Vogelfauna – sie wurde vor rund einer Million Jahren durch die Tierwelt ersetzt, der später die ersten Menschen begegneten“, so Worthy.

Doch was brachte diese Tierwelt zum Verschwinden? Die Antwort liegt direkt über den Fossilien: eine meterdicke Ascheschicht der sogenannten Kidnappers-Eruption. Vor etwa einer Million Jahren spie der Mangakino-Supervulkan mehr als 2.750 Kubikkilometer Asche, Lava und Bimsstein – eine der größten Eruptionen der Erdgeschichte.

Forscher entdecken Millionen Jahre alte Fossilien-Schätze in Höhle in Neuleeland

Doch der Vulkanausbruch war nicht der einzige Todfeind. Etwa zur gleichen Zeit begann das Eiszeitalter mit seinen häufigen Klimawechseln. Die sich wandelnden Wälder und Buschlandschaften zwangen die Vogelpopulationen zu einem evolutionären Neustart. Zwischen 33 und 50 Prozent der damaligen Arten auf der Nordinsel überlebten diese Umbrüche nicht.

„Unsere Studie belegt damit, dass Naturgewalten wie Supervulkane und dramatische Klimawechsel unsere einzigartige Tierwelt schon vor rund einer Million Jahren prägten und formte“, fasst Worthy zusammen. Die Entdeckung zeigt: Schon lange bevor der Mensch Neuseeland erreichte, formten gewaltige Naturkräfte das einzigartige Ökosystem der Inseln. Die Moa Eggshell Cave ist damit weit mehr als nur ein Fossilienfundort – sie ist ein Fenster in eine verlorene Welt. (Quellen: Canterbury Museum) (kiba)

Artikel von Hersfelder Zeitung