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Gesundheit

10 Dehnübungen, die Radfahrer täglich machen sollten – mit Anleitung

Alexandra Grauvogl
19/04/2026 16:58:00

Fitnesstrainerin macht‘s vor

Radfahren ist top für Fitness und Gesundheit – und trotzdem eine recht eintönige Belastung. Mit dem richtigen Stretching-Programm lassen sich Muskelverkürzungen und Schmerzen vorbeugen.

Hüfte, Rücken, Oberschenkel: Diese 10 Stretches gehören laut Fitnesstrainerin nach dem Radfahren dazu – mit Anleitung und gratis Trainingsplan.

Wer regelmäßig Rad fährt, kennt das Gefühl: Nach einer langen Tour zieht es in den Oberschenkeln, die Hüfte fühlt sich steif an, und der untere Rücken meldet sich mit einem dumpfen Ziehen. Das ist kein Zeichen mangelnder Fitness – sondern ein klassisches Symptom einseitiger Belastung. Radfahren ist eine großartige Ausdauersportart, aber sie bewegt den Körper immer in derselben Haltung: leicht nach vorne gebeugt, Hüfte dauerhaft angewinkelt, Oberschenkel in Endlosrotation. Wer das nicht ausgleicht, riskiert auf Dauer Verkürzungen und Schmerzen.

Die gute Nachricht: Schon acht Minuten Stretching nach jeder Einheit reichen, um gegenzusteuern. Welche zehn Übungen dabei wirklich helfen – und wie Sie sie richtig ausführen – zeigt Fitnesstrainerin Alexandra Grauvogl.

Warum Radfahrer besonders anfällig für Muskelverkürzungen sind

Die typische Sitzposition auf dem Fahrrad belastet den Körper auf charakteristische Weise. Der Hüftbeuger ist dauerhaft verkürzt, weil die Hüfte nie vollständig gestreckt wird. Die Oberschenkelvorderseite (Quadrizeps) arbeitet intensiv und verkürzt sich mit der Zeit. Die Hamstrings (Oberschenkelrückseite) werden zwar beansprucht, aber selten in voller Länge gedehnt. Der Rücken verharrt in einer leicht gerundeten Haltung, die Brustwirbelsäule wird starr. Und die Wadenmuskulatur arbeitet im Takt der Pedale, ohne je richtig loszulassen.

Das Ergebnis: Knieschmerzen durch verkürzte Oberschenkelmuskeln, Hüftprobleme durch einen dauerhaft angespannten Hüftbeuger, Rückenschmerzen durch fehlende Beweglichkeit in der Wirbelsäule. All das lässt sich mit einem konsequenten Stretching-Programm deutlich reduzieren – oder gar nicht erst entstehen lassen.

Das folgende Stretching-Programm stammt aus dem Trainingsplan für Rad-Anfänger, den Sie sich hier kostenlos als PDF herunterladen können:

Die 10 Dehnübungen für Radfahrer: Anleitung

Halten Sie jede Übung mindestens 30 Sekunden. Atmen Sie dabei ruhig und gleichmäßig – nie in den Schmerz hineinatmen, sondern entspannen und loslassen.

1. Wade

Waden-Dehnung

Warum die Übung wichtig ist: Die Wadenmuskulatur ist beim Radfahren dauerhaft aktiv. Verkürzte Waden können Achillessehnenbeschwerden begünstigen.

2. Oberschenkelvorderseite

Quadrizeps-Dehnung im Stehen

Warum die Übung wichtig ist: Der Quadrizeps ist die primäre Antriebsmuskulatur beim Radfahren. Regelmäßiges Dehnen beugt Knieschmerzen vor.

3. Hamstrings in der Vorbeuge

Vorbeuge im Stehen

Warum die Übung wichtig ist: Die Oberschenkelrückseite wird beim Radfahren zwar beansprucht, aber nie vollständig gedehnt. Verkürzte Hamstrings sind eine der häufigsten Ursachen für Rückenschmerzen bei Radfahrern.

4. Brustöffner

Brustöffner

Warum die Übung wichtig ist: Die nach vorne geneigte Haltung auf dem Rad lässt die Brustmuskulatur verkürzen und die Schultern nach innen rotieren. Diese Übung öffnet aktiv den Brustkorb und entlastet Schultern und Nacken.

5. Hüfte im Sitzen auf dem Stuhl

Warum die Übung wichtig ist: Die Hüftrotatoren werden beim Radfahren kaum bewegt. Verkürzte Hüftrotatoren können langfristig zu Hüft- und Knieproblemen führen.

6. Kobra (Lendenwirbelsäule und Bauch)

Kobra

Warum die Übung wichtig ist: Die gebeugte Haltung auf dem Rad belastet die Lendenwirbelsäule dauerhaft. Die Kobra streckt aktiv die Bauch- und Rückenmuskulatur und entlastet die Wirbelsäule.

7. World‘s Greatest Stretch

World's Greatest Stretch

Warum die Übung wichtig ist: Diese Übung verdient ihren Namen – sie dehnt in einer fließenden Bewegung Hüftbeuger, Brustwirbelsäule, Hamstrings und Hüftrotatoren gleichzeitig. Für Radfahrer ist sie eine der wertvollsten Dehnübungen überhaupt.

8. Taube (Gesäß in Bauchlage)

Taube

Warum die Übung wichtig ist: Das Gesäß ist beim Radfahren eine der am stärksten beanspruchten Muskelgruppen – und wird beim Dehnen oft vergessen.

9. Child‘s Pose mit Armen nach vorne

Child's Pose (Kindshaltung)

Warum die Übung wichtig ist: Diese klassische Yoga-Übung entlastet die gesamte Wirbelsäule, dehnt sanft den unteren Rücken und gibt dem Körper nach einer Belastungseinheit Raum zum Entspannen.

10. Skorpion in Rückenlage (Rumpf-Drehung)

Rumpf-Drehung

Warum die Übung wichtig ist: Diese Übung mobilisiert die Brustwirbelsäule und dehnt die seitlichen Rumpfmuskeln – ein perfekter Abschluss nach einer Radeinheit.

Artikel von Hersfelder Zeitung