„Jeff Bridges‘ analoges Abenteuer“
Gemeinsam mit Ehefrau Susan und den beiden Bad Nauheimern Charys Schuler und Marwan El Mozayen hat Oscarpreisträger Jeff Bridges am Samstag die Dokumentation über die Wiederbelebung der Widelux-Kamera vorgestellt.
Bad Nauheim/Frankfurt – Natürlich stand auch die „WideluxX“ im Mittelpunkt. Bei der Premiere von „Jeff Bridges‘ analoges Abenteuer“ am Samstagabend in Frankfurt griff der Oscarpreisträger schnell zu seiner neuen alten Lieblingskamera, um einige Aufnahmen vom roten Teppich, den Pressevertretern und Gästen im HR-Sendesaal zu machen. Wie das Hollywood-Ehepaar und die beiden Bad Nauheimer Fotografie-Experten Charys Schuler und Marwan El Mozayen die analoge Panoramakamera mit dem rotierenden Schwenkobjektiv wieder zum Leben erweckt haben, zeigt Ingo Schmolls neuer Dokumentarfilm (55 Minuten), der ab sofort in der ARD-Mediathek zu sehen ist.
Die geladenen Gäste, darunter Schauspieler und Fotografie-Fan Armin Rohde, verfolgten den Film in Anwesenheit der vier Protagonisten, die anschließend über die Entstehung der Doku plauderten. Auch Freunde und Wegbegleiter des Bad Nauheimer Ehepaars waren nach Frankfurt gekommen und freuten sich über die auf der Großleinwand gezeigten Szenen aus der Kurstadt und Los Angeles. Über Schuler und El Mozayens in der Bahnhofsallee beheimatetes Fotomagazin „Silvergrain Classics“ war 2019 der Kontakt zu dem Superstar zustandegekommen. Dass sie eine Firma mit Jeff Bridges gründen und sieben Jahre später mit dem „Dude“ über den roten Teppich schreiten würden, hätten sich die beiden nicht erträumen können (diese Zeitung berichtete am Samstag).
Die Doku zeigt die Anfänge der ungewöhnlichen Liaison und später die erste Begegnung der Bad Nauheimer mit Jeff und Susan Bridges in deren Zuhause in Santa Barbara. Nach Jahren, in denen man sich nur auf Bildschirmen gesehen hatte, ein „echtes“ Treffen. Auch sonst feiert der Film die Bedeutung des Augenblicks und die Sehnsucht nach dem Realen. HR-Moderatorin Susann Atwell sprach bei der Begrüßung der Gäste von einem Gegenentwurf zur schnellen digitalen Welt, den Redakteur Simon Breul und Regisseur Ingo Schmoll mit ihrem Film über die Analogfotografie thematisierten. Die mit der alten Widelux (und natürlich auch ihrem 2026er-Nachfolgemodell) gemachten Fotos hätten eine besondere Magie, betonen gleich mehrere Protagonisten der Doku. Auch Bridges sagte nach dem Film: „Man kann damit malen.“ Bei einer Verschlusszeit von 1/15 Sekunde dauert der Schwenkvorgang des Objektivs bis zu drei Sekunden. Genug Zeit, um gleich mehrere Geschichten in einem Bild zu erzählen. Wichtig nur: „Man muss die Finger raushalten.“
Mit der Doku dürfte das Vorhaben der „SilverBridges GmbH“, noch weit mehr als die bisher 350 hergestellten „WideluxX“ zu verkaufen, weiteren Rückenwind erhalten. Und eine Kamera „Made in Bad Nauheim“ wird ihren Platz in der analogen Fotografie finden.