Rückschnitt und Kompost
Der März ist der Startschuss in die Gartensaison. Wir verraten, welche Arbeiten jetzt Pflicht sind – und was Sie besser lassen sollten.
Kassel – Der März ist der Startschuss in die Gartensaison – und wer jetzt tatkräftig loslegt, erntet später die Früchte. Während draußen die Forsythien leuchten und die ersten Vögel ihr Nest bauen, gibt es im Garten gleich mehrere To-dos, die jetzt erledigt sein wollen. Wer die Gelegenheit verpasst, riskiert einen holprigen Start in das Gartenjahr.
Denn der März ist mehr als nur der erste Frühlingsmonat: Er ist die entscheidende Weichenstellung. Ob üppige Sommerblüte, reiche Gemüseernte oder vitale Stauden – der Grundstein wird jetzt gelegt. Wer jetzt im März im Garten aktiv wird, spart sich im Sommer viel Ärger und Nacharbeit.
Letzter Rückschnitt – aber Vorsicht: Ab 1. März gilt das Gesetz
Der wichtigste Hinweis gleich zu Beginn: Wer seinen Garten jetzt in Form bringt, muss das Naturschutzgesetz im Blick behalten. Denn ab dem 1. März sind starke Rückschnitte an Hecken und Sträuchern verboten – zum Schutz brütender Vögel. Folgendes ist trotzdem noch erlaubt: Pflegeschnitte bei Stauden, Erhaltungsschnitte bei Obstbäumen, die Auslichtung von Ziersträuchern sowie das Erhalten der Grundform bei Hecken sind weiterhin zulässig. Radikale Eingriffe wie das „Auf-den-Stock-Setzen“ sind dagegen erst wieder ab dem 1. Oktober gestattet, so Swr.de.
Für Stauden gilt: Das braune Laub vom Vorjahr – etwa bei Rittersporn, Fetthenne oder Sonnenhut – sollte jetzt abgeschnitten werden, damit das frische Grün Platz bekommt. Auch Rosen verlangen im März ihren Schnitt, bevor sie neu austreiben. Ziergräser werden bodennah zurückgeschnitten. Ist damit der Gehölzschnitt abgeschlossen, steht dem Frühjahr nichts mehr im Weg – und die Vögel können ungestört brüten.
Bäume, Sträucher und Stauden pflanzen – jetzt ist die ideale Zeit
Der März ist neben dem Herbst die klassische Pflanzzeit für Gehölze. Der Boden hat sich von der winterlichen Nässe erholt, die Temperaturen steigen – ideale Bedingungen, damit Wurzeln rasch Fuß fassen. Besonders frostempfindliche Gehölze wie Rhododendron, Kirschlorbeer oder Hortensien profitieren von einer Frühjahrspflanzung: Sie überstehen den nächsten Winter deutlich besser als Herbstpflanzer, wie Mein-schoener-garten.de berichtet.
Auch Obstbäume, Beerenobst wie Himbeeren sowie Exoten wie Feigen oder Kiwis finden jetzt optimale Startbedingungen. Und wer den Ziergarten auffrischen möchte: Im März hat Gartencentern ein großes Angebot an Stauden. Gartenexperte Kugel empfiehlt dabei, insbesondere auf hitzeverträgliche und insektenfreundliche Pflanzen zu setzen – zum Beispiel Katzenminze, wilden Oregano, Fetthenne oder Wolfsmilch.
Wer Stauden pflanzt, die bereits im Garten stehen, sollte außerdem prüfen, ob es Zeit zur Teilung ist: Sommer- und herbstblühende Stauden sowie Gräser lassen sich im März hervorragend verjüngen. Jedes Teilstück sollte mindestens zwei Triebknospen haben – kleine Stücke wachsen dabei besser an als große.
Gemüse vorziehen – Tomaten, Paprika & Co. jetzt auf die Fensterbank
Wer im Sommer eigenes Gemüse ernten möchte, muss jetzt handeln. Paprika und Chili haben eine besonders lange Keimdauer und können bereits im März ausgesät und auf der Fensterbank vorgezogen werden. Bei Tomaten empfiehlt der NDR, noch bis etwa Ende März zu warten. Salate, Kohlrabi und Rote Beete hingegen lassen sich ebenfalls jetzt noch im Mini-Gewächshaus auf der Fensterbank anziehen – sie sind dann Mitte Mai groß genug fürs Beet.
Für die Anzucht füllt man eine Anzuchtschale mit speziellem Substrat und verteilt die Samen gleichmäßig. Lichtkeimer werden lediglich angedrückt, Dunkelkeimer mit Erde bedeckt. Anschließend die Erde mit einem Zerstäuber befeuchten, den Deckel aufsetzen und die Schale auf eine warme, sonnige Fensterbank stellen.
Gemüsebeet vorbereiten und Kompost umsetzen – der unterschätzte Doppelpack
Bevor neue Pflanzen ins Beet kommen, steht die Beetvorbereitung an: Pflanzenreste vom Vorjahr wie Wurzeln, alte Kohlstrünke oder Salatpflanzen entfernen, den Boden auflockern und einebnen. Dann kann gedüngt werden – am besten mit reifem Kompost.
Apropos Kompost: Auch der Komposthaufen selbst braucht im März Aufmerksamkeit, sodass Sie diese Fehler vermeiden sollten. Der fertige Kompost wird entnommen, der Rest gut gemischt wieder eingeschichtet. Ein abschließendes Aufstreuen von etwa 100 Gramm Gartenkalk pro Quadratmeter stärkt die Mikroorganismen und sorgt dafür, dass der Kompost vital in den Frühling startet. Quellen: Swr.de, Ndr.de, eigene Recherche) (str)