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Automobilindustrie

Puppenkopf-Trick: Tesla-Besitzer in China überlisten Autopilot mit simpler Methode

Sebastian Oppenheimer
22/06/2026 12:10:00

Kostet nur wenige Euro

Kein Fahrer, kein Problem? In China kursiert offenbar ein Trick, der Teslas Autopilot-Überwachung narrt. Das Werkzeug dafür kostet nur wenige Euro und passt in jede Hand.

Kassel – Seit vielen Jahren wirbt Tesla bereits mit Bezeichnungen wie „Autopilot“ und dessen höchster Ausbaustufe „Full Self-Driving“ (FSD) für eine Technik, die dem Namen nicht gerecht wird. Denn es handelt sich um ein Assistenzsystem – und dementsprechend muss es auch durchgehend überwacht werden. Weil vor einigen Jahren Tesla-Besitzer mit dem System immer wieder hochgefährliche Situationen herbeiführten – manche schliefen während der Fahrt, andere ließen den Hund ans Steuer – , wurden Maßnahmen ergriffen, die die Aufmerksamkeit des Fahrers garantieren sollen. Doch diese lassen sich scheinbar mit einem kuriosen Trick aushebeln.

Teslas Autopilot braucht ständige Überwachung durch den Fahrer. In China hebeln Besitzer diese angeblich mit einem simplen Trick aus. (Symbolbild)

Per Innenraumkamera überwacht Tesla die Aufmerksamkeit des Fahrers. So soll sichergestellt werden, dass dieser im Notfall auch im FSD-Betrieb eingreift. Laut einem Bericht von Wired nutzen jedoch chinesische Tesla-Fahrer inzwischen oft etwa tischtennisballgroße Puppen-Plastikköpfe, um die Technik auszutricksen. Diese auf Online-Plattformen für geringe Euro-Beträge erhältlichen Köpfe, die mit einem Saugnapf oder Magneten befestigt werden, gaukeln der Kamera offenbar vor, dass der Fahrer den Blick auf die Straße gerichtet hat.

Überwachung der Aufmerksamkeit primär über Kamera

Der Grund dafür liegt in der Funktionsweise der Tesla-Technologie: Das System verlässt sich zur Überwachung der Fahreraufmerksamkeit primär auf eine einzige Kamera oberhalb des Rückspiegels. Diese prüft, ob ein Kopf in Fahrtrichtung zeigt – mehr nicht. Wie Teslas eigenes Benutzerhandbuch bestätigt, sind weder sichtbare Augen noch aktive Mimik erforderlich. Sonnenbrille? Kein Problem. Und ein Puppenkopf? Offenbar auch nicht. Laut Motortrend lässt sich dieser mithilfe der Kameravorschau im Servicemenü besonders leicht platzieren. Die zweite Sicherheitsebene – ein Drehmomentsensor in der Lenksäule – greift dem Bericht zufolge erst dann ein, wenn die Kamera keine Hände am Steuer erkennt.

Kritik auf Social Media: „Widmet eure Aufmerksamkeit doch einfach der Straße“

Die Kommentare unter einem X-Video, das zeigt, wie die Trickserei angeblich funktioniert, fallen vollkommen unterschiedlich aus. Während manche völlig begeistert sind und wissen wollen, wo es die Köpfe gibt, bezweifeln andere, dass der Trick überhaupt klappt. Und wiederum andere kritisieren, dass man sich so etwas überhaupt anschafft. „So dämlich. Widmet eure Aufmerksamkeit doch einfach der Straße. Ist das wirklich so schwer?“, schreibt jemand. Ein anderer meint: „Nimm doch einfach den Zug, wenn du so verzweifelt bist, dass du nicht selbst Autofahren willst.“ Andere warnen vor Unfällen durch den Trick.

Früher besonders einfach auszutricksen: Ein geschlossener Gurt und ein Gewicht am Lenkrad reichten, um das Auto permanent von selbst fahren zu lassen. Inzwischen sind die Hürden deutlich höher – aber noch immer finden sich offenbar neue Schlupflöcher. (Quellen: Wired, Motortrend, eigene Recherche) (sop)

Artikel von Come On