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Lifestyle

Spinnen nicht töten?! Das Internet ist da gespaltener Meinung – Experten geben Tipps fürs Zuhause

Lukas Münch
06/10/2026 19:35:00

Kontroverse um Tiere

Viele fürchten sich vor Spinnen, doch ihr Nutzen ist gewaltig. Beim Umgang mit den nützlichen Plagegeistern scheiden sich im Netz die Geister.

Hamm – Herbst in Deutschland: Die Temperaturen fallen, die Heizungen gehen an – und die Spinnen ziehen ein. Denn es ist Paarungszeit. Was folgt, ist jedes Jahr dasselbe: In den Kommentarspalten der sozialen Netzwerke bricht ein Kulturkampf aus, der in seiner Leidenschaft so manchen politischen Streit übertrifft. Töten oder schonen? „Das eigene Unbehagen über ein anderes Lebewesen rechtfertigt natürlich nicht dessen Tötung“, sagt PETA – und trifft damit auf zwei Lager, die sich gegenseitig kaum verstehen.

Zur Paarungszeit im Herbst zeigen sich Spinnen vermehrt und kommen aus ihren Verstecken.

Auf der einen Seite: Menschen, die ihre achtbeinigen Mitbewohner nicht nur tolerieren, sondern ihnen Namen geben. „Bei uns wohnte eine fette Spinne in der Garage. Wir haben sie ‚Annabelle‘ getauft. Ich war froh, sie zu sehen“, berichtet eine Nutzerin unter einem Peta-Beitrag. Eine andere geht noch weiter und versorgt ihre Hausspinne aktiv mit Futter: „Hab hier eine große dicke im Wohnzimmer überm Bücherregal. Die fütter ich ab und zu mit ner dicken Mücke.“ Manche haben sogar ein ausgefeiltes Klassifizierungssystem entwickelt: „Kellerponys fliegen sanft raus... alles andere, vor allem die Zittis in den Schränken, dürfen bleiben. Die holen sich nämlich die Mehlmotten!“

Diese Tipps helfen gegen Spinnen – und so bringt man sie richtig nach draußen

Auf der anderen Seite: Menschen, denen solche Überlegungen schlicht egal sind. „Spinnen werden platt gelatscht und fertig. Lass mir doch nicht von irgendwelchen zurückgebliebenen sagen, was ich zu tun und zu lassen habe“, schreibt ein Nutzer ohne Umschweife. Ein anderer hält es noch kürzer: „Ich mache die immer platt. Mir doch latte.“ Staubsauger, Handfeger, erledigt. Was diese Fraktion vermutlich nicht weiß: Laut PETA ist der Staubsauger keine schnelle, saubere Lösung – je nach Modell und Sogstärke sterben Spinnen darin qualvoll oder werden mit hoher Geschwindigkeit gegen die Innenwände des Schlauchs geschleudert.

Dazwischen – und vermutlich in der Mehrheit – eine dritte Gruppe: Menschen, die sich ekeln oder fürchten, aber trotzdem nicht töten. „Ich sterbe vor Angst, wenn ich sie sehe, dennoch habe ich noch nie eine mit Absicht getötet und werde es auch in Zukunft nicht tun“, schreibt eine Nutzerin. Eine andere kennt ihre Grenzen: „Das ist halt nicht so einfach als Arachnophobiker. Glas und Papier wäre für mich einfach nicht möglich.“ Für diese Gruppe gibt es Hilfe aus der Drogerie: Lebendfallen wie der „Insekten-Retter“ oder der „Schnappi“ ermöglichen das berührungslose Einfangen. Eine Nutzerin urteilt knapp: „Und das Ding ist richtig gut.“

PETA ist in dieser Debatte eindeutig positioniert. Das Töten von Spinnen ist für die Organisation keine Option – nicht mit dem Schuh, nicht mit dem Spray und schon gar nicht mit dem Staubsauger. Insektensprays und Biozid-Produkte schaden nicht nur den Tieren, sondern auch der menschlichen Gesundheit und lagern sich in der Umwelt ab. Angesichts des weltweit größten Insektensterbens der Geschichte wiegt das schwer. Spinnen sind Teil desselben ökologischen Netzes: Sie fressen Mücken, Fruchtfliegen und Mehlmotten – wer sie schont, schützt ein kleines, aber wirksames Stück Natur.

Wer Spinnen dauerhaft fernhalten will, muss dafür laut PETA nicht zur Chemiekeule greifen. Es gibt wirksamere und verträglichere Wege – und einer riecht sogar angenehm.

So bleiben Spinnen draußen – und kommen lebend raus:

Häufig mit der Spinne verwechselt und teils für gefährlich gehalten: Es gibt einige Mythen um den Weberknecht.

Artikel von Come On