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Automobilindustrie

Von O bis O: Kfz-Experte gibt Tipps für die Winterreifen – und rät von Ganzjahresreifen ab

14/10/2026 03:30:00

Tipps zum Reifenwechsel

Der Experte berät bei der Wahl der Winterreifen: Kfz-Mechaniker Eduard Ott klärt über die wichtigsten Fragen zu den Reifen auf.

Ein Kiersper Kfz-Mechaniker mit 28 Jahren Erfahrung erklärt, worauf beim Kauf von Winterreifen zu achten ist. Wann genau der Wechsel fällig ist, hängt laut ihm nicht nur vom Kalender ab.

Kierspe – Von O bis O – von Oktober bis Ostern – ist eine Faustregel, die auf den richtigen Zeitpunkt zum Wechsel auf Winterreifen hinweist. Aber stimmt das überhaupt? Eduard Ott, Inhaber der Werkstatt EO-Performance in Kierspe, ist seit 28 Jahren als Kfz-Mechaniker tätig. Er klärt über den Mythos auf und gibt Tipps beim Kauf der richtigen Winterreifen.

Von O bis O ist die Faustregel beim Reifenwechsel. Stimmt das?

Meiner Meinung nach ja. Ich würde empfehlen, die Winterreifen spätestens im Oktober draufzumachen. Gerade bei denen ist das wichtig. Je wärmer es ist, desto mehr Grip hat man grundlegend. Winterreifen sind viel mehr auf die niedrigen Temperaturen ausgelegt. Zum einen ist das Gummi-Gemisch von Winterreifen, zum anderen aber auch das Profil wichtig für die Haftung auf der Straße. Im Frühling würde ich eher etwas länger warten, weil wir oft spät [im Jahr] noch Schnee bekommen. Wichtig ist, dass man gewappnet für die Situation ist, wenn Schnee fällt.

Wann sollten neue Winterreifen besorgt werden?

Ich stimme da den allgemeinen Richtwerten zu. Es gibt vom TÜV Vorgaben, wie tief beispielsweise das Profil mindestens sein muss. Bei Sommerreifen ist das eine Profiltiefe von 1,6 Millimetern, bei Winterreifen sind das mindestens vier Millimeter – ich würde empfehlen, da nicht drunterzugehen. Wichtig ist aber auch der Zustand der Reifen. Wenn die Räder schon bei leichter Feuchtigkeit anfangen zu rutschen, beim Anfahren leicht durchdrehen oder das Fahrzeug leicht ausbricht, ist es höchste Eisenbahn zu wechseln, egal, ob sie noch Profil haben oder nicht. Der TÜV empfiehlt aber, etwa alle sechs Jahre neue Reifen anzuschaffen.

Profiltiefe prüfen: Unter vier Millimeter sind bedenklich bei den Winterreifen – bei Sommerreifen sind es nur 1,6 Millimeter.

Wie kann ich feststellen, ob die Profiltiefe noch passt?

Es gibt verschiedene Methoden. Zum einen kann man einen Profiltiefenmesser verwenden. Den haben meistens Werkstätten, es gibt sie aber auch im freien Verkauf zu erwerben. Dann kann man auch einen Zollstock verwenden. Wenn man beides nicht hat, geht auch eine 1-Euro-Münze. Das ist ein Trick für Laien: Wenn man eine Münze in das Profil steckt und der Rand zu sehen ist, ist es unter vier Millimetern. Bei Winterreifen gibt es aber auch einen Indikator direkt im Reifen. Das ist eine Querstrebe im Profil. Wenn die erreicht wird, sollte man die Reifen auch wechseln.

Worauf muss man beim Kauf achten?

Da spalten sich die Meinungen. Es gibt so etwas, wie die beste Marke oder den besten Reifen nicht. Grundlegend würde ich darauf achten, dass die Reifen die vom Auto-Hersteller empfohlene Größe haben. Diese Angaben finden sich im Fahrzeugschein, auf den bisherigen Rädern und im Handbuch. Da gibt es auch mehrere Sachen, auf die man achten muss. Wichtig ist zum einen, dass Winterreifen das sogenannte Alpin-Symbol haben. Das ist eine Schneeflocke in einem Berg. Nur wenn das darauf ist, sind sie geeignet. Zum anderen sollten die Reifen schmaler als die im Sommer sein. Je breiter die Reifen sind, desto mehr Widerstand besteht und das Auto ist schwerer auf der Straße zu halten. Dann gibt es noch den sogenannten Reifenindex. Jeder Reifen hat eine Nummer mit einem Buchstaben am Ende. Der ist wichtig, weil der angibt, wie hoch die Höchstgeschwindigkeit ist, die man damit fahren kann. Ich empfehle, immer den für das Fahrzeug vorgegebenen Buchstaben zu nehmen. Wenn man einen niedrigeren Buchstaben nimmt, muss man einen Sticker in den Tacho kleben, damit man nicht vergisst, wie viel man maximal fahren darf. Das ist vom TÜV vorgegeben.

Alpin-Symbol: Ohne die Schneeflocke im Berg sind die Reifen nicht für den Straßenverkehr in der kalten Jahreszeit geeignet.

Winterreifen oder Ganzjahresreifen?

Ich würde so gut wie nie zu Ganzjahresreifen raten. Davon bin ich überhaupt kein Freund. Das ist nichts Halbes und nichts Ganzes, rein vom Stoffgemisch her. Die Reifen nutzen sich im Sommer schneller ab und im Winter geben sie nicht den richtigen Grip. Wenn jemand wirklich sehr wenig fährt, also vielleicht 2000 oder 3000 Kilometer im Jahr, dann ergibt das Sinn, aber dann würde ich eher sagen: Fahr lieber die Winterreifen das ganze Jahr durch. Ganzjahresreifen machen meiner Meinung nach überhaupt keinen Sinn.

Gibt es etwas bei den Felgen zu beachten?

Es gibt zwei Arten von Felgen bei Reifen. Stahl oder Aluminium. Ich würde immer zu Alu raten, gerade bei Winterreifen. Die sind pflegeleichter. Bei Stahl setzt sich das Salz von der Straße gerne mal hinter den Radkappen fest, dadurch bildet sich schneller Rost. Alufelgen werden zwar auch davon angegriffen, sind aber leichter zu reinigen und resistenter. Ich empfehle auch, pulverbeschichtete und nicht lackierte zu nehmen. Lackierte sind empfindlicher.

Für Besitzer von Elektroautos sind nicht nur die Wahl des richtigen Reifens, sondern auch die Ladeinfrastruktur wichtig. Die Stadt Kierspe bildet da zurzeit noch das Schlusslicht – das soll sich aber bald ändern.

Artikel von Come On