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Tiere

Forschungsteam macht überraschenden Fund – „Wir dachten nicht, dass es Haie in der Antarktis gibt“

Wanda Curic
26/02/2026 14:40:00

Haie in der Antarktis

Ein Schlafhai wurde erstmals in der Antarktis gefilmt. Forscher sind überrascht. Diese Entdeckung könnte das Wissen über Haie verändern.

Antarktis – Grönlandhaie, auch Eishaie genannt, sind aus der Arktis bekannt. Sie gehören zur Gattung der Schlafhaie, die aufgrund ihrer Lebensweise auch als Tiefseehaie bezeichnet werden. Anfang 2025 gelang es einem Forschungsteam der University of Western Australia erstmals, einen Schlafhai vor den Südlichen Shetlandinseln in der Antarktis zu filmen. Das Tier schwamm in einer Tiefe von etwa 490 Metern unter gefrorenem Eis vor die Kamera.

Der Grönlandhai gehört zu der Gattung der Schlafhaie und lebt vornehmlich in der Arktis.

Der Fund ist ungewöhnlich: Bislang gingen viele Forschende davon aus, dass es in der Antarktis keine Haie gibt.

Sprachlosigkeit bei den Forschern, als ein Hai ins Kamerabild schwimmt

Auf Aufnahmen, die das Team über Instagram veröffentlichte, ist die Überraschung der Forschenden deutlich zu erkennen. Als die Wissenschaftlerin Heather Stewart das Videomaterial zum ersten Mal sieht, bleibt ihr kurz die Sprache weg. „Was ist das? Was ist das?“, fragt sie, während der Kopf des Hais direkt in die Kamera schwimmt.

Schlafhaie halten sich bevorzugt in tiefen, kalten Gewässern der Arktis auf. Der Meeresökologe Martin Collins, wissenschaftlicher Vertreter Großbritanniens bei der Kommission zur Erhaltung der lebenden Meeresschätze der Antarktis (CCAMLR), erklärte gegenüber der New York Times: Bereits vor rund drei Jahrzehnten habe er nahe der Falklandinseln Schlafhaie in ähnlich kalten und tiefen Gewässern beobachtet. Daher halte er es für wahrscheinlich, dass die Tiere auch in der Antarktis vorkommen. „In der Vergangenheit wurden dort schlicht nicht die richtigen Kameras eingesetzt“, sagte er.

Weltweit sind mehr als 500 Haiarten bekannt, doch bislang konnten nur fünf Arten in Gewässern rund um die Antarktis nachgewiesen werden. Umso größer war die Überraschung der Ozeanografin Jessica Kolbusz vom Minderoo-UWA Deep-Sea Research Centre der University of Western Australia, als sie im Südlichen Ozean einen Schlafhai entdeckte, wie die australische ABC News.net berichtet.

Über Schlafhaie, insbesondere Grönlandhaie oder Eishaie, ist nicht viel bekannt, außer dass sie die langlebigsten aller Wirbeltiere sind. Sie können bis zu 7,3 Meter groß werden und bringen ein Gewicht von bis zu 2,5 Tonnen auf die Waage. Schätzungen zufolge können diese Haie fast 400 Jahre alt werden, erklärt die Deutsche Stiftung Meeresschutz auf ihrer Internetseite.

Ziel der Expedition Anfang 2025 war ursprünglich, die Artenvielfalt und unterschiedlichen Lebensräume des Südlichen Shetlandgrabens zu dokumentieren. „Dies verändert unser Wissen über die Verbreitung von Haien und ihre Fähigkeit, extreme Umgebungen zu tolerieren. Der Südliche Ozean ist möglicherweise nicht so haifrei, wie wir einst dachten“, schrieb das Forschungsteam unter seinem Instagram-Beitrag. (Quellen: New York Times, Instagram-Profil deepseauwa, inkfishexpeditions, abc.net.au, Deutsche Stiftung Meeresschutz) (cur)

Artikel von Allgemeine Zeitung