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Kultur

Aberglaube warnt: Wäsche waschen zwischen den Feiertagen kann Unglück bringen

Momir Takac
25/12/2025 08:46:00

Verbreiteter Aberglaube

Wäschewaschen in der Feiertagszeit soll Unglück verursachen, heißt es im Volksglauben. Doch welchen Ursprung hat dieser Aberglaube?

Hamm – Viele Familien nutzen die Zeit zwischen Heiligabend und 6. Januar für Besinnlichkeit. In der Zeit rund um den Jahreswechsel herrscht Stille und es wird dem Alltagstrubel entflohen. In zahlreichen Haushalten steht aber auch die Waschmaschine still. Wer dennoch wäscht, dem drohen düstere Zeiten, sagt ein Aberglaube.

Um Dämonen nicht zu erzürnen, sollte man zwischen Weihnachten und Neujahr keine Wäsche waschen. (Symbolbild)

Besonders gefährlich soll es sein, weiße Wäsche wie Bettlaken oder Tischdecken aufzuhängen. Der Volksglaube besagt, dass diese den Geistern als Leichentücher dienen könnten. Diese Furcht vor weißer Wäsche wurzelt tief in den sogenannten Rauhnächten, die am 24. Dezember beginnen und zwölf Tage bis zum 6. Januar (Heilige drei Könige) andauern. Alternative Zählweisen lassen sie bereits am 21. Dezember beginnen, dem Tag der Wintersonnenwende. In dieser Zeit, so glaubte man früher, öffne sich das Geisterreich, und übernatürliche Wesen könnten auf die Erde gelangen.

Vorsicht vor den Rauhnächten: Warum Wäschewaschen zwischen den Feiertagen keine gute Idee ist

In früheren Zeiten galt es als unheilvoll, wenn junge Frauen während den Rauhnächten weiße Kleidung zum Trocknen aufhängten. Der Aberglaube besagte, dass in diesen Nächten wilde Reiter und Geister unterwegs seien, die von der weißen Wäsche angezogen werden könnten. Diese Vorstellung hat ihren Ursprung in der nordischen Mythologie, insbesondere in der Figur des Gottes Wotan.

Der Legende zufolge jagt Wotan zwischen Weihnachten und Neujahr auf seinem achtbeinigen Pferd nach verlorenen Seelen. Gemeinsam mit seinen Gefährten zieht er durch die Lüfte, was eine Bedrohung für die aufgehängte Wäsche darstellt. Im Volksglauben heißt es, dass das Spannen einer Wäscheleine großes Unglück oder sogar den Tod ins Haus bringen könne. Man befürchtet, dass Wotan und seine Begleiter sich in den Leinen verfangen und ihren Zorn auf die Hausbewohner richten könnten.

Ob aus Aberglaube, Tradition oder Bequemlichkeit – während der Rauhnächte verzichten viele auf das Waschen der Wäsche, um innezuhalten und sich auf das Wesentliche zu konzentrieren. Vielleicht bringt das Verschieben der Wäsche tatsächlich Glück für das kommende Jahr. Eine weitere Überlieferung besagt, dass man auch vor Ostern keine Wäsche waschen sollte. (Quellen: kuriose-feiertage.de, ruhrnachrichten.de, haus.de) (mt)

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Artikel von 24rhein