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Lifestyle

Schwimmen auf eigene Gefahr – Freibad zieht drastische Konsequenzen

Martina Lippl
24/06/2026 11:57:00

Nur mit Unterschrift

Freibad ohne Rettungsschwimmer? Statt die Türen zu schließen, setzt ein Freibad südlich von Hamburg auf ein neues Konzept.

Alveslohe – Eintritt fürs Freibad zahlen, aber keine Badeaufsicht. Auch für Kinder und Jugendliche gelten harte Regeln. Not macht erfinderisch, heißt es so schön. Das Freibad Alveshohe in Schleswig-Holstein startet nun mit einem Mitgliedermodell in die Sommersaison 2026. Schwimmen ist möglich, aber nur auf eigene Gefahr.

Freibad Alveslohe öffnet ohne Badeaufsicht (Symbolfoto).

Die Zukunft des unbeheizten Freibads im Pinnautal nach mehr als 87 Jahren war ungewiss. Vor allem der Mangel an Kräften für einen regelmäßigen Badebetrieb – Rettungsschwimmer und Bademeister – verschärfte die Situation. Ehrenamtliche für Kiosk und Kartenverkauf machten sich rar, berichteten die Kieler Nachrichten. Jetzt startet das Freibad Alveshohe ohne fest angestelltes Aufsichtspersonal.

Freibad-Zutritt nur mit Unterschrift

Badegäste treten dem Förderverein Freibad Alveslohe bei – wahlweise mit einer Saisonkarte oder einer Tagesmitgliedschaft. Wer Mitglied wird, bestätigt damit gleichzeitig, dass weder Aufsichtspersonal noch ein Rettungsschwimmer anwesend ist. Ohne Unterschrift läuft nichts.

Mitglieder erhalten eine Transponderkarte, mit der sie das Freibad zu den Öffnungszeiten eigenständig betreten können. „Die Zeit der geschlossenen Türen und enttäuschenden ‚Freibad geschlossen‘-Schilder gehört für alle Saisonkarteninhaber der Vergangenheit an!“, heißt es auf der Gemeindewebseite. An Werktagen ist der Einlass bereits ab 5:30 Uhr möglich, an Wochenenden und Feiertagen von 11:00 bis 21:30 Uhr.

Für Kinder und Jugendliche gelten harte Freibad-Regeln

Für Minderjährige gilt: Einlass erhalten nur Kinder ab zwölf Jahren. Zudem ist die Unterschrift eines Erziehungsberechtigten erforderlich, und die jungen Badegäste müssen mindestens das Schwimmabzeichen Bronze – den sogenannten Freischwimmer – nachweisen können. Eine Voraussetzung, die eigentlich für jeden gelten sollte, der ein Freibad besucht – auch wenn dort Aufsichtspersonal vorhanden ist. Die Saisonkarte kostet für Familien 100 Euro, für Erwachsene 60 Euro, für Jugendliche 30 Euro und für Senioren 55 Euro.

Wenn die Gemeinde an einzelnen Tagen dennoch Aufsichtspersonal organisieren kann, läuft der Betrieb weitgehend normal – Tagestickets sind dann an der Kasse erhältlich. Kartenverkauf und Kiosk werden dabei überwiegend von Freiwilligen übernommen. Ein ähnliches Modell ohne Aufsichtspersonal gibt es auch in Österreich. Eine ganz andere Debatte löst dagegen eine ganz andere Freibad-Regel aus: Ohne Deutschkenntnisse verwehrt das Heidebad in Halle Besuchern den Zutritt. (Quellen: Freibad Alveslohe, Gemeinde Alveslohe, Kieler Nachrichten) (ml)

Artikel von 24rhein